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AKTUELL

Corona-Quarantäne in der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber – Aufnahmeeinrichtung in Magdeburg wird als Ersatz leergezogen

27. März 2020

Die Zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber des Landes Sachsen-Anhalt in Halberstadt (ZASt) steht ab sofort wegen eines positiven Corona-Befundes für zwei Wochen unter Quarantäne. Von der Sperrung sind 848 Bewohner der Unterkunft betroffen, wie das Landesverwaltungsamt am 27. März in einer Pressemitteilung erklärte. Neuzugänge würden in Ausweichobjekten untergebracht. Die Zugangszahlen befänden sich derzeit auf einem sehr niedrigen Niveau, angesichts der europaweit erfolgten Grenzschließungen seien weitere Rückgänge zu erwarten. Die positiv getestete Person sei derzeit in Halle (Saale) in Quarantäne.

Nach übereinstimmenden Medienberichten handelt es sich bei dem Infizierten um einen 27-Jährigen, der sich seit 18 Monaten in Sachsen-Anhalt aufhält. Die ZASt befindet auf einem ehemaligen Militärgelände, untergebracht sind die Asylbewerber in älteren Plattenbauten und modernen Wohncontainern. Auf dem Grundstück hat auch eine Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ihren Sitz.

Bereits am 26. März hatte das Innenministerium angekündigt, dass die große Erstaufnahmeeinrichtung in der Magdeburger Breitscheidstraße vorsorglich leergezogen wird, sollte die ZASt für den Fall einer Quarantänesperrung geschlossen werden müssen. Somit könne die Aufnahme und Erstuntersuchung von Neuzugängen in Magdeburg erfolgen. Die rund 230 Bewohner in Magdeburg würden laut Quotenregelung auf die Aufnahmekommunen verteilt. Dem Ministerium zufolge sind alle Personen erstuntersucht und seit mindestens zwei Wochen in der Erstaufnahme untergebracht. Sollten Symptome vorliegen, erfolge ein Corona-Test. In einem solchen Fall würde eine Verteilung nur auf Basis eines negativen Ergebnisses erfolgen.

Ort: Zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber des Landes Sachsen-Anhalt, Friedrich-List-Straße 1a, 38820 Halberstadt

„Aufforderung 2019“: Fristverlängerung für AMIF-Anträge bis 03.04.2020 und Infoblatt für Projekte zum Umgang mit Covid-19-Folgewirkungen

26. März 2020

Auf der entsprechenden Internetseite des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ist am 7. Februar 2020 die förmliche Aufforderung zur Einreichung von Projektvorschlägen 2019 veröffentlicht worden. Aufgrund der Ausbreitung der COVID-19 Infektionen und der damit verbundenen Auswirkungen wurde die Frist zur Einreichung von Projektanträgen jetzt um zwei Wochen verlängert und beträgt nun 8 Wochen (statt 6 Wochen). Die Frist zur Einreichung von Projektvorschlägen endet somit am 03.04.2020.

Außerdem hat das BAMF im Kontext der Corona-Krise ausführliche Hinweise zum Vorgehen bei Auswirkungen von Covid-19 auf durch den AMIF geförderte Projekte veröffentlicht - relevant für alle bereits in AMIF-Projekten Involvierten.

Links zu den nötigen Unterlagen (zum Beispiel gibt es dort den Antragsvordruck) befinden sich auf der besagten Internetseite des BAMF. Es wird darum gebeten, zur Antragstellung ausschließlich die nötigen Dokumente unter dem Titel „Aufforderung 2019“ zu verwenden (und keine älteren).

Kontakt für Anfragen aus Sachsen-Anhalt: Telefon +49 911 943-81523

MDR-Artikel: Berichte über Alltagsrassismus in Sachsen-Anhalt

26. März 2020

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) widmet sich auf seiner Internetplattform mit zwei Artikeln dem Thema Rassismus in Sachsen-Anhalt. Zunächst geht es um das Beratungsprojekt „Entknoten“ mit Standorten in Magdeburg und Halle (Saale). Die Beraterinnen berichten unter anderem, dass es Rassismus in allen Lebensbereichen gebe. Und bei den etwa 60 Fällen rassistischer Diskriminierung, die an die Beratungsstellen im vergangenen Jahr herangetragen worden seien, habe sich nur ein einziger Verantwortlicher für seine Diskriminierung ehrlich entschuldigt. Träger des Projektes „Entknoten“ ist das Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) e.V.

Im danebenstehenden Beitrag erzählt Noël Kaboré aus Halle von seinen persönlichen Erfahrungen und dem Start einer eigenen Kampagne gegen Rassismus. In Deutschland werde Alltagsrassismus nicht ernst genug genommen, sagt der Afrikaner. Er wünsche sich mehr Zivilcourage. Aber auch auf struktureller und institutioneller Ebene müsse etwas passieren, damit Menschen, die Rassismus erleben, sich sicher fühlen können. Nötig seien etwa neue Gesetze, damit nicht erst körperliche rassistische Gewalt, sondern auch schon rassistische Beleidigungen strafbar seien. Kaboré ist unter anderem als Trainer und Referent in den Bereichen Diversity, interkulturelle Öffnungsprozesse und diskiminierungskritische Arbeit tätig.

Die Resonanz auf die beiden Artikel ist kontrovers: Bislang wurden insgesamt mehr als 80 Kommentare geschrieben.

Initiative Zukunftslabor Ost startet eigenen Blog – Hearing am 30. März in Dresden wurde auf den Herbst verschoben

25. März 2020

Das von der Initiative Zukunftslabor Ost geplante Hearing „Oh wie Ostdeutschland. Problemwahrnehmungen, Handlungsansätze und Ideen der ostdeutschen Zivilgesellschaft und Kommunen unter Druck“ ist wegen der Corona-Krise verschoben worden. Die Veranstaltung, die am 30. März 2020 in Dresden stattfinden sollte, werde im Herbst nachgeholt, wie die beteiligte Stiftung Bürger für Bürger aus Halle (Saale) informierte. Die von mehreren Stiftungen getragene Initiative Zukunftslabor Ost bleibe aber weiter aktiv und schaffe digitale Dialog-Formate zum Thema Demokratieförderung in Ostdeutschland. So könne der Austausch zu diesem Thema auch in Zeiten von Corona aufrechterhalten werden.

Dazu ist am Montag (23. März) der „Zukunftsblog Ost“ online gegangen. Auf dem Portal wird über aktuelle Entwicklungen der Initiative Zukunftslabor Ost berichtet. Den Auftakt bildet ein Video-Interview mit dem evangelischen Landesbischof Friedrich Kramer und dem thüringischen Verfassungsschutzpräsidenten Stephan J. Kramer. Dabei geht es vor allem um Rollen, nötige Haltungen und Grenzen demokratischen Engagements von Stiftungen in Ostdeutschland, wie die Stiftung Bürger für Bürger erläuterte. Sie hatte im Februar ihre neue Geschäftsstelle in Halle eröffnet sowie ihr Projekt „JugendStil“ zur Förderung von Teilhabe und Mitgestaltung junger Menschen mit Migrationsgeschichte in Ostdeutschland gestartet (siehe untenstehenden Beitrag).

Kontakt: Stiftung Bürger für Bürger, Bernburger Straße 4, 06108 Halle, E-Mail: info@buerger-fuer-buerger.de, kommunikation@buerger-fuer-buerger.de

Mehrsprachige Informationen für ein Ausländeramt: in Arabisch, Englisch, Französisch und Deutsch

18. März 2020

Von SiSA - Sprachmittlung in Sachsen-Anhalt sind mehrsprachige Aushänge für die Ausländerbehörde im Saalekreis erstellt worden. Diese sind geeignet als 'Blaupause' für andere Behörden (bei entsprechender Anpassung der Adressen) und entsprechend universell.

Informationen für das Ausländeramt ("Aushang Corona")

Mehrsprachige Informationen für eine Schwangerschaftsberatungsstelle: in Arabisch, Englisch, Deutsch

18. März 2020

Von SiSA - Sprachmittlung in Sachsen-Anhalt sind Übersetzungen für eine AWO-Schwangerschaftsberatungsstelle in Arabisch und Englisch bereitgestellt worden.

Die Übersetzungen sind universell gehalten und entsprechend geeignet, von anderen Beratungsstellen genutzt zu werden.

Der Hinweis auf vorübergehende Schließung der Beratungsstellen

LAMSA bietet Kommunen Übersetzungsdienste als Krisenmaßnahme an

17. März 2020

Als Maßnahme zur Corona-Krisenintervention bietet das Landesnetzwerks Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) e.V. ab sofort Kommunen die Übersetzung wichtiger Informationen in verschiedenen Sprachen an. „Unser sprachlich höchst heterogen besetztes Team kann Texte auf schnellem Weg übersetzen und zur Verfügung stellen“, sagte LAMSA-Geschäftsführer Mamad Mohamad.

Die Behörden und öffentlichen Einrichtungen in Sachsen-Anhalt, die im Kontakt mit Menschen mit Migrationshintergrund stehen, können sich ab sofort beim LAMSA melden. Der zu übersetzende Text im Zusammenhang mit der Corona-Krise kann im Word-Format per E-Mail an die Adresse sprachmittler@lamsa.de geschickt werden. Es wird darum gebeten, dazu einen Ansprechpartner, den Namen der Institution und die Zielsprache mitzuteilen.

Bei Fragen steht das SiSA-Team unter der Telefonnummer +49 345 21389390 zur Verfügung.

Bundeskonferenz der Integrationsbeauftragten von Bund, Ländern und Kommunen: verschoben auf den 21./22.09.!

12. März 2020

Die Bundeskonferenz der Integrationsbeauftragten von Bund, Ländern und Kommunen (BuKo) wird in diesem Jahr gemeinsam durch die Bundesintegrationsbeauftragte, Annette Widmann-Mauz, das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration Sachsen-Anhalt sowie die Stadt Halle (Saale) organisiert und nicht wie ursprünglich vorgesehen am 30./31.03.2020, sondern am 21. und 22.09.20 in der Händelhalle in Halle (Saale) unter dem Titel „In Vielfalt vereint: Zukunft in Deutschland“ stattfinden.

Rund 200 geladene Gäste werden in unterschiedlichen Formaten über integrationspolitische Fragen und Lösungsansätze in Kommunen und Bundesländern beraten. Sechs Gesprächsforen bieten Gelegenheit zum Austausch über konkrete Einzelfragen der Integration. Als Mitveranstalter bringt sich das Integrationsministerium organisatorisch wie inhaltlich in die Bundeskonferenz ein. An beiden Veranstaltungstagen ist das Integrationsreferat vertreten.

Um die vielen innovativen Projekte der Migrationsarbeit sichtbar zu machen, ist außerdem ein Markt der Möglichkeiten geplant. Aus Sachsen-Anhalt präsentieren sich folgende Projekte: 

  • ARBEIT UND LEBEN Bildungsvereinigung Sachsen-Anhalt e. V.: „Beratung migrantischer Arbeitskräfte“,
  • Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V.: „IKOE – Interkulturelle Orientierung und Öffnung“, 
  • Caritasverband für das Bistum Magdeburg e. V.: „Fach- und Servicestelle für geflüchtete und migrantische Frauen“,
  • Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (LAGFA) Sachsen-Anhalt e. V.: Netzwerkstelle „Engagierte Nachbarschaft“ / Engagementfonds,
  • Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) e. V.: „SiSA–Sprachmittlung in Sachsen-Anhalt“.

Resolution verabschiedet: Frühjahrstreffen der Integrations- und Ausländerbeauftragten der Bundesländer

9. März 2020

Auf ihrem Treffen am 3. März im Bundeskanzleramt haben sich die Integrationsbeauftragten aus Bund und Ländern über Konsequenzen aus den rassistischen Anschlägen von Halle und Hanau ausgetauscht. 

Auf Initiative von Sachsen-Anhalts Integrationsbeauftragter Staatssekretärin Susi Möbbeck beschlossen die Beauftragten eine sechs Punkte umfassende Resolution unter dem Titel „Vielfalt stärken - Rassismus und Diskriminierung bekämpfen“

Dazu Susi Möbbeck: „Die Anschläge von Hanau und Halle haben auf entsetzliche Weise gezeigt: Unsere Gesellschaft hat ein Rassismus-Problem. Gegen Rassismus und Diskriminierung braucht es mehr als gut ausgestattete Sicherheitsbehörden. Wir benötigen mehr Präventionsarbeit für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die frühzeitig ansetzt. Die langfristige  Förderung des zivilgesellschaftlichen Engagements muss deshalb dauerhaft auf sichere Füße gestellt werden.“

Weitere Themen der Beratung waren die Erarbeitung des Nationalen Aktionsplans Integration, die Bemühungen zur Verbesserung der Einbürgerungszahlen sowie die Sprachförderung und das am 1. März 2020 in Kraft getretene Fachkräfteinwanderungsgesetz.

Stellenangebot: Projektmitarbeiter in der Servicestelle IQ „Interkulturelle Beratung und Trainings“ gesucht

9. März 2020

Im Rahmen des Projekts IQ Netzwerk Sachsen-Anhalt – Servicestelle IQ „Interkulturelle Beratung und Trainings“ sucht die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. zum 1. Mai 2020 eine Projektmitarbeiterin oder einen Projektmitarbeiter für Fortbildungen, Trainings und Netzwerkkommunikation. Geboten wird eine befristete projektbezogene Anstellung bis 31. Dezember 2020 im Umfang von 25 Stunden pro Woche (bei entsprechender Eignung und Bewilligungslage mit der Aussicht auf Verlängerung bis 31. Dezember 2022).

Interessierte werden gebeten, ihre aussagefähigen Bewerbungen mit Arbeitszeugnissen und Referenzen ausschließlich in elektronischer Form bis 3. April 2020 zu richten an: 

Frau Preuß, Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V., Schellingstraße 3-4, 39104 Magdeburg, personal@agsa.de

Die vollständige Stellenausschreibung finden Sie hier.

Neue Broschüre „Alles was Sie wissen sollten zu Arbeit, Ausbildung und Studium“ mit EU-Schwerpunkt erschienen

3. März 2020

Vor dem Hintergrund des gestiegenen Beratungs- und Orientierungsbedarfs speziell für Unionsbürger hat die Servicestelle IQ „Interkulturelle Beratung und Trainings“ in Trägerschaft der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. die Broschüre „Alles was Sie wissen sollten zu Arbeit, Ausbildung und Studium“ umfangreich überarbeitet (die erste Auflage erschien bereits 2016).

Neu an der 67 Seiten starken zweisprachigen und reich illustrierten Handreichung ist der Fokus auf die besonderen Angebote von Beratungs- und Vermittlungsstellen in Sachsen-Anhalt für EU-Bürgerinnen und -Bürger. Während das am 1. März in Kraft getretene Fachkräfteeinwanderungsgesetz die Optionen für Fachkräfte aus den sogenannten Drittstaaten neu regelt, ergänzt die neue Broschüre das landesweite Informationsangebot im Bereich Arbeitsmarktintegration von EU-Angehörigen.

Neben den erweiterten Kontaktinformationen punktet das neue Informationsangebot durch seine mehrsprachigen Auflagen. Es ist wie zuvor in Printform und als digitales Angebot (vollständig auf dem Integrationsportal) in den Sprachen Bulgarisch, Englisch, Polnisch, Rumänisch und Ungarisch verfügbar.

Interessenten für gedruckte Exemplare können sich persönlich bei der Auslandsgesellschaft melden (gavin.theren@agsa.de).

Geschäftsstelle der Stiftung Bürger für Bürger in Halle feierlich eröffnet – Gelungener Auftakt für Projekt „JugendStil“

26. Februar 2020

Gemeinsam mit rund 80 Gästen hat die Stiftung Bürger für Bürger am 20. Februar in Halle (Saale) feierlich ihre neue Geschäftsstelle eröffnet. Gleichzeitig bildete die Veranstaltung im Literaturhaus Halle den Auftakt für das für fünf Jahre geplante Projekt „JugendStil“ zur Förderung von Teilhabe und Mitgestaltung junger Menschen mit Migrationsgeschichte in Ostdeutschland. Zunächst wurden die Hintergründe, Ziele und Schwerpunkte des Vorhabens sowie die Notwendigkeit der Engagement- und Demokratieförderung - gerade bei der Zielgruppe der jungen Migrantinnen und Migranten in Ostdeutschland - erläutert.

Im anschließenden Gesprächsforum „Engagiert für Demokratie in Ostdeutschland - Teilhabe und Mitgestaltung junger Migrant*innen“ diskutierte die Staatssekretärin und Integrationsbeauftragte des Landes Sachsen-Anhalt, Susi Möbbeck, mit Kuratoriumsmitglied Prof. Dr. Roland Roth und den Expertinnen und Experten. Danach gab das fachkundige Publikum wichtige Impulse, Anregungen und Wünsche für die zukünftige Arbeit der Stiftung und der Kooperationspartner des Modellprojektes. - Den vollständigen Bericht können Sie hier nachlesen.

Träger des Modellprojekts ist die Stiftung in Kooperation mit LAMSA e.V. (Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt) und DaMOst (Dachverband Migrantenorganisationen in Ostdeutschland). Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.

Kontakt: Stiftung Bürger für Bürger, Bernburger Straße 4, 06108 Halle, Telefon: +49 0345 68893758, E-Mail: info(at)buerger-fuer-buerger.de, kommunikation@buerger-fuer-buerger.de

Vorschau: „Tag der Erinnerung“ zum Gedenken an Opfer in Dessau – Mord an Alberto Adriano jährt sich zum 20. Mal (11. Juni; Bauhaus-Museum, Stadtpark und Bahnhofsvorplatz)

24. Februar 2020

In Dessau-Roßlau wird am 11. Juni mit einem umfangreichen Programm an die Ermordung des Mosambikaners Alberto Adriano durch Rechtsextremisten im Jahr 2000 erinnert. Die traditionelle Gedenkveranstaltung steht diesmal unter dem Motto „Tag der Erinnerung – 20 Jahre nach dem Mord an Alberto Adriano“. In der Nacht vom 10. zum 11. Juni 2000 war Adriano von rechten Schlägern im Dessauer Stadtpark bewusstlos geprügelt worden. Drei Tage später erlag er seinen schweren Verletzungen. Am Tatort wurde 2002 eine Gedenkstele mit der Aufschrift „Alberto Adriano - Opfer rechter Gewalt - 11. Juni 2000“ errichtet.

Der „Tag der Erinnerung“ beginnt mit der Tagung „Warum Adriano? Historische und aktuelle Perspektiven auf rechte Gewalt“, die im neuen Bauhaus-Museum stattfindet. Am Nachmittag wird zur musikalisch umrahmten Gedenkveranstaltung an die Stele im Stadtpark eingeladen. Geplant sind dort Ansprachen, ein interreligiöses Gebet und eine Blumenniederlegung. Im Anschluss soll auch dem 2008 am Hauptbahnhof ermordeten Obdachlosen Hans-Joachim Sbrzesny gedacht werden. Außerdem findet am Abend ein „Konzert gegen Rassismus und Antisemitismus“ statt.

Der Tag soll dazu genutzt werden, um Rechtsextremismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit in der deutschen Gesellschaft zu thematisieren. Die Erinnerung an den Mord an Alberto Adriano sowie die aktuelle Auseinandersetzung damit seien nicht nur in Dessau ein schwieriger Prozess, hieß es.

Weitere Einzelheiten und der Veranstaltungsflyer folgen demnächst.

Kontakt (Koordination): Multikulturelles Zentrum Dessau e.V., Parkstraße 7, 06846 Dessau-Roßlau, Telefon: +49 340 617330, E-Mail: multikultizentrum@datel-dessau.de