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Megafon-Preis für Sprachförderung mit 70.000 Euro dotiert: Bewerbungen sind noch bis zum 4. März möglich

Die Joachim Herz Stiftung aus Hamburg hat erneut den „Megafon-Preis Preis für herausragendes Engagement in der Sprachförderung“ ausgelobt. Noch bis…

Karsten Wiedener

Konferenz in Magdeburg zum Thema Streetwork im digitalen Raum: Neuer Beratungsansatz für EU-Zugewanderte

Auf der Konferenz „Digital Streetwork für EU-Zugewanderte. Erprobte Verfahren und neue Impulse in Bund, Land und Kommune“ haben am 22. Januar in…

AKTUELL

Engagementfonds des Landes startet in sein 10. Förderjahr – Anträge für 2024 sind ab sofort möglich

Der Engagementfonds des Landes ist in seine 10. Förderrunde gestartet. Somit bietet die Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (LAGFA) Sachsen-Anhalt e.V. auch in diesem Jahr ehrenamtlich Aktiven für nachbarschaftliches Engagement finanzielle Unterstützung.

Gefördert werden Vorhaben zur Integration und Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Dafür können bis zu 2.500 Euro beantragt werden. Die LAGFA berät gern über Förderbedingungen, die Antragstellung und eine mögliche Vernetzung vor Ort.

Unterstützt wurden in den vergangenen neun Förderjahren der LAGFA zufolge insgesamt weit mehr als 600 ehrenamtliche Vorhaben von engagierten Einzelpersonen, Initiativen und Vereinen. 

„Überall in Sachsen-Anhalt finden sich Orte, an denen Zusammenhalt und Nachbarschaft gelebt werden. Dieses Engagement verdient Anerkennung und Förderung“, erklärte Susi Möbbeck, Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. Der Engagementfonds biete hierfür eine niedrigschwellige Finanzierungsmöglichkeit. Seit fast einem Jahrzehnt nehme Sachsen-Anhalt damit eine bundesweite Vorreiterrolle ein.

Anträge an den Fonds sind ab sofort und im gesamten Jahr 2024 möglich (zum Formular).

-    Pressemitteilung der LAGFA/Engagementportal
-    Pressemitteilung des Sozialministeriums

Kontakt: LAGFA Sachsen-Anhalt e.V., Jan Greiner, Telefon: +49 345 22604440, E-Mail: netzwerkstelle@lagfa-lsa.de

26. Januar 2024

Gemeinsame Erklärung: Integrationsbeauftragte von Bund und Ländern positionieren sich gegen Rassismus

Die Integrationsbeauftragten der Länder und der Bundesregierung haben mit deutlichen Worten rassistische Vertreibungs- und Ausgrenzungspläne verurteilt. Dazu wurde eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht.

„Die menschenverachtenden, rechtsextremen Pläne zur Deportation von Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte und deren Unterstützern stehen mit ihrer menschenfeindlichen Ideologie in direkter Linie zum Nationalsozialismus. Wer die Menschenwürde an Herkunft, Einwanderungsgeschichte oder Sprache knüpft, gefährdet unser demokratisches Zusammenleben und unsere Freiheit“, heißt es in der Erklärung der Integrationsbeauftragten.

Solche Umsturz- und Deportationspläne seien ein klarer Fall für den Verfassungsschutz und die Strafverfolgungsbehörden.

„Als Integrationsbeauftragte der Länder und der Bundesregierung stellen wir uns schützend an die Seite aller Menschen mit Einwanderungsgeschichte. Sie sind ein wichtiger Teil und eine tragende Säule unserer pluralistischen Gesellschaft. Wir sind Freundinnen und Freunde, Nachbarinnen und Nachbarn und Kolleginnen und Kollegen. Wer unsere Mitmenschen bedroht und ihre Zugehörigkeit in Frage stellt, stellt unser Land und die Freiheit in Frage", wird in der Erklärung weiter hervorgehoben.

Staatssekretärin Susi Möbbeck, Integrationsbeauftragte der Landesregierung von Sachsen-Anhalt, ist Unterzeichnerin der Erklärung und betont: „Der Weg von rassistischen Planspielen hin zu Gewalt ist kurz. Wir müssen jetzt die Stimme erheben. Vielfalt ist stärker als Rassismus und Hass!“

-    das vollständige Statement der Integrationsbeauftragten der Länder und der Bundesregierung sowie die Liste der Unterzeichner hier in der Pressemitteilung

Kontakt: Referat Presse, Öffentlichkeitsarbeit, Internet, Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt, Turmschanzenstr. 25, 39114 Magdeburg, Telefon: +49 391 5674608, E-Mail: MS-Presse@ms.sachsen-anhalt.de

22. Januar 2024

Untersuchung: Mehr Menschen mit Migrationsgeschichte in Freiwilligendiensten

Eine im vergangenen Jahr landesweit durchgeführte Befragung von Vereinen und Einrichtungen deutet auf eine größere Offenheit und einen positiven Trend bei der Beteiligung von Menschen mit Migrationsgeschichte in Freiwilligendiensten in Sachsen-Anhalt hin. Untersucht wurde dies im Rahmen der durch das Sozialministerium geförderten Servicestelle „Freiwilligendienste – Integriert in Sachsen-Anhalt“.

Die Einbindung von Menschen mit Migrationshintergrund in Freiwilligendiensten birgt dabei vielfältige Chancen und Potentiale, die von den befragten Einsatzstellen als durchweg positiv eingeschätzt werden. „Freiwilligendienstleistende engagieren sich in ganz Sachsen-Anhalt in Kommunen, Vereinen oder Initiativen, sagte die Staatssekretärin und Landesintegrationsbeauftragte Susi Möbbeck dazu.

„Gerade Menschen mit Migrationsgeschichte eröffnet ein solches Engagement gute Chancen, sich in das Verbands- oder Vereinsleben einzubringen, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und Erfahrungen zu sammeln, auf die sie im weiteren Berufsleben aufbauen können. Umso positiver ist, dass immer mehr Einrichtungen bereit sind, sich stärker für Freiwillige aus anderen Herkunftsländern zu öffnen.“

Gleichzeitig gebe es aber noch Barrieren und Hürden, die die Teilnahme von Menschen mit Migrationsgeschichte an Freiwilligendiensten behindern. „Sprachbarrieren, Verwaltungsaufwand oder aufenthaltsrechtliche Unsicherheiten hemmen trotz aller Offenheit häufig die Besetzung von Freiwilligenplätzen mit Menschen mit Migrationsgeschichte “, verweist Christine Sattler, Leiterin der Servicestelle bei der Freiwilligen-Agentur Halle, auf weitere Ergebnisse der Untersuchung. Hier könnten beispielsweise Fortbildungsangebote für Einsatzstellen zum Umgang mit Sprachbarrieren sowie Informations- und Beratungsangebote zu aufenthaltsrechtlichen Fragen und Rahmenbedingungen der Freiwilligendienste weiterhelfen.

Die Broschüre mit den Ergebnissen der Befragung ist auf der Seite der Servicestelle in digitaler Form abrufbar: www.freiwilligendienste-integriert.de. Der Umfrage zufolge sind zum Beispiel 40,3 Prozent der aktuell Freiwilligendienstplätzen mit Menschen mit Migrationserfahrung besetzt.

Im Rahmen einer Fachveranstaltung in der Landesvertretung Sachsen-Anhalts in Berlin sollen die Ergebnisse vorgestellt und mit teilnehmenden Expertinnen und Experten aus Bund, Ländern und der Zivilgesellschaft sowie der Politik diskutiert werden. Der Termin wird rechtzeitig veröffentlicht.

Kontakt und weitere Informationen: Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e.V., Christine Sattler, Hansering 20 (Eingang D), 06108 Halle (Saale): Telefon +49 345 4701357, E-Mail: fwd@freiwilligen-agentur.de

22. Januar 2024

Paritätischer Gesamtverband erläutert in neuer Broschüre die Voraussetzungen für einen Aufenthaltstitel

Der Paritätische Gesamtverband hat eine umfassende Broschüre zum Bleiberecht in Deutschland herausgegeben. Im Mittelpunkt stehen die Voraussetzungen, die für die Erteilung eines Aufenthaltstitels erfüllt sein müssen.

Für die für die Erteilung und Verlängerung der meisten Aufenthaltstitel in Deutschland bildet die Sicherung des Lebensunterhalts eine entscheidende Voraussetzung. Diese ist im Aufenthaltsgesetz als „allgemeine Erteilungsvoraussetzung“ formuliert (Pressemeldung). Es fänden sich im weiteren Wortlaut des Gesetzes aber auch zahlreiche Fälle, in denen von diesem Grundsatz abgewichen werden kann oder muss. Mit der neuen Publikation sollen Unsicherheiten aus dem Weg geräumt und Beratungskräften und Betroffenen soll ein umfassender Überblick über die unterschiedlichen rechtlichen Regelungen zur Lebensunterhaltssicherung im Aufenthaltsgesetz gegeben werden.

Für Beratungsstellen und Betroffene seien die Details der entsprechenden Regelung von sehr weitreichender Bedeutung und bedürften einer intensiven Auseinandersetzung, hieß es weiter. Nicht selten gehe mit der wirtschaftlichen und sozialen Existenzangst auch eine ausländerrechtliche Existenzangst einher.

In einem ersten Teil werden die allgemeinen Regelungen sowie die Vorgaben zur Prüfung der Lebensunterhaltssicherung und der Berechnung dargestellt. Im zweiten Teil folgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Aufenthaltstiteln, für die Besonderheiten bei der Lebensunterhaltssicherung gelten. Am Ende der beiden Teile finden sich darüber hinaus jeweils Übersichtstabellen, in denen die wichtigsten Aspekte in Kürze dargestellt werden.

Die umfassende und übersichtliche Darstellung des Autors Claudius Voigt (Münster) mache auch deutlich, dass gesetzgeberischer Handlungsbedarf besteht, um die soziale Teilhabe der Betroffenen zu gewährleisten und ausländerrechtliche Rahmenbedingungen an die Realität anzupassen.

Der Paritätische ist eigenen Angaben zufolge Dachverband von mehr als 10.000 eigenständigen gemeinnützigen Organisationen im Sozial- und Gesundheitsbereich und gehört zu den sechs Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege in Deutschland.

–    die Broschüre zum Herunterladen (PDF-Datei, 61 Seiten)

Kontakt: Der Paritätische Gesamtverband, Oranienburger Straße 13-14, 10178 Berlin, Telefon: +49 30 24636-0, E-Mail: info@paritaet.org;
konkrete Fragen zur Broschüre:
Tara Käsmeier, Referentin Migrationssozialarbeit, Telefon: +49 30 24636-418, E-Mail: migsoz@paritaet.org

12. Januar 2024

LAMSA startet Antidiskriminierungsberatung-Anhalt – Ziel ist wohnortnahes Angebot für alle Betroffenen in der Region

In Dessau-Roßlau hat die Antidiskriminierungsberatung-Anhalt in Trägerschaft des Landesnetzwerks Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) e.V. offiziell seine Tätigkeit aufgenommen. Das Projekt zielt darauf ab, ein breites Beratungsangebot für alle von Diskriminierung Betroffenen in der Region Anhalt zu schaffen.

Die Auftaktveranstaltung am 12. Dezember wurde laut LAMSA-Pressemitteilung von Persönlichkeiten begleitet, die mit ihren Grußworten die Bedeutung der merkmalsübergreifenden Beratungsstelle unterstrichen. Zu den Gästen gehörte unter anderen die Gleichstellungsbeauftragte des Landes Sachsen-Anhalt, Sarah Schulze.

„Die Beratung richtet sich an Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft, ihres Glaubens, ihres Geschlechts, ihrer geschlechtlichen Identität, ihrer geistigen oder körperlichen Konstitution, ihres Alters oder artverwandter Charakteristika Diskriminierung erlebt haben“, sagte LAMSA-Geschäftsführer Mamad Mohamad. Das übergeordnete Ziel bestehe darin, Diskriminierungserfahrungen entgegenzuwirken und die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse zu fördern. 

Die erste Beratungsstelle befindet sich am Schloßplatz 3 in 06844 Dessau-Roßlau. Weitere Beratungsmöglichkeiten sollen in den Landkreisen Anhalt-Bitterfeld und Landkreis Wittenberg aufgebaut werden. Bereits jetzt reise das Beratungsteam zu den Betroffenen „und nicht umgekehrt“, hieß es. Eine wohnortnahe, unabhängige, parteiische und natürlich kostenlose Beratung sei das Hauptziel.

Das Projekt wird gefördert durch die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) im Rahmen des Programms „respekt*land“. In Abstimmung mit den Bundesländern waren aus 103 Anträgen 35 Förderprojekte ausgewählt worden, darunter neun, die bundesweit wirken (Informationen zu allen Projekten). Durch das Programm „respekt*land“ wird auch die Antidiskriminierungsstelle Sachsen-Anhalt im ländlichen Raum der Jugendwerkstatt Frohe Zukunft in Halle unterstützt. Weitere solcher bzw. ähnlicher Beratungsstellen gibt es in Magdeburg, Stendal und Naumburg.

Kontakt: Antidiskriminierungsberatung-Anhalt (ADB-A), Telefon: +49 1577 2112028, E-Mail: antidisikriminierungsberatung@lamsa.de 
Mamad Mohamad, Geschäftsführer des LAMSA e.V., Telefon: +345 17194051, E-Mail: mamad.mohamad@lamsa.de

18. Dezember 2023

Erkenntnisreiche Fach- und Dialogveranstaltung „Vielfalt in unserer Stadtgesellschaft? Menschenrechte und Awareness“

Die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. (AGSA) hat gemeinsam mit dem Magdeburger Amt für Gleichstellungsfragen am 14. Dezember in der Landeshauptstadt die Fach- und Dialogveranstaltung „Vielfalt in unserer Stadtgesellschaft? Menschenrechte und Awareness“ ausgerichtet. Im Mittelpunkt stand anlässlich des Tages der Menschenrechte (10. Dezember) die Frage, wie diese unveräußerlichen Rechte für alle in der Stadt gelebt werden.

Bei der Konferenz im Alten Rathaus ging es nicht nur um das Recht auf Teilhabe am kulturellen und gesellschaftlichen Leben sowie auf Bildung und Information, sondern vor allem auch um das Recht eines jeden Menschen darauf, nicht diskriminiert zu werden. 

Ferner wurden unter anderem Beispiele guter Praxis aus Verwaltung und Zivilgesellschaft vorgestellt und ausgetauscht. Ziel der Veranstalter war es zudem, die vielfältige Magdeburger Stadtgesellschaft stärker für Diskriminierungsformen zu sensibilisieren und mit den Chancen, Möglichkeiten und Beispielen, die Awareness als Konzept zum respektvollen gegenseitigen Umgang bietet, vertraut zu machen.

Zunächst richteten Magdeburgs Gleichstellungsbeauftragte Heike Ponitka und Manja Lorenz (AGSA) Grußworte an die rund 50 Teilnehmenden aus Kommunalpolitik, Stadtverwaltung, Migrantenorganisationen und Zivilgesellschaft. Beide betonten, dass Awareness einen Beitrag dazu leisten könne, bei der Verwirklichung der Menschenrechte weiter voranzukommen. Diese Forderung habe auch 75 Jahre nach der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte durch die Vereinten Nationen nicht an Aktualität verloren.

Danach erläuterte der ehrenamtliche Integrationsbeauftragte der Landeshauptstadt und Vorsitzende des Beirates für Integration und Migration der Stadt, Krzysztof Blau, sein Tätigkeitsfeld. Dabei ging er unter anderem auf die starke Zuwanderungs-Dynamik in Magdeburg in den vergangenen acht Jahren ein. Eine besondere Herausforderung für die Stadtgesellschaft ergebe sich daraus vor allem in Fragen der Sprachmittlung und Integration. „Wir haben nur diese eine Gesellschaft, und die ist vielfältig“, sagte Krzysztof Blau.

Die Mitarbeiterin der Koordinierungsstelle für Genderforschung & Chancengleichheit Sachsen-Anhalt, Aleksandra Rutkowska, referierte in einem Impuls über das Thema „Vorurteile, Privilegien und Diskriminierungsformen – Awareness als Triebkraft respektvollen Umgangs“. 

In einem weiteren Impulsvortrag widmete sich Dr. Katja Michalak, Leiterin des IKOE-Projekts der AGSA, der Rolle von Verwaltung bei der interkulturellen Öffnung der Stadtgesellschaft. Eine Empfehlung von ihr war, Ehrenamtsförderung und -koordination als Pflichtaufgabe einzuordnen. Dies würde die Kommunikation zwischen Verwaltung und zivilgesellschaftlichen Akteuren und die Wirksamkeit bei der Öffnung der Stadtgesellschaft spürbar verbessern.

Wörtlich Bewegung kam in die Teilnehmenden bei einer Reflexionsübung „Von der Mitte der Gesellschaft“, die vom Leiter des Modellprojekts „Demokratie in Arbeit und Ausbildung“ (DiAA) der AGSA, Gavin Theren, geführt wurde. Dabei mussten die Teilnehmenden Lose ziehen, die sie in verschiedene Rollen (Flüchtling, Mensch mit körperlichen Beeinträchtigungen, Rechtsanwalt usw.) versetzte, und bei Antworten auf Fragen ihren Standort ändern. Zum Abschluss wurden die unterschiedlichen Strukturen deutlich erkennbar, weil die Teilnehmenden nunmehr im gesamten Kaiserin-Adelheid-Foyer des Alten Rathauses verteilt standen (siehe Foto). 

Ausführlich diskutierten die Teilnehmenden danach die Themen der Veranstaltung bei einem Workshop sowie einem Panel (Foto). Dort wurden Ansätze, Erfahrungen und gelungene Beispiele etwa von einem Techno-Club, der ein Awareness-Konzept entwickelt hat, dem Verein Toll e.V., den Magdeburger Verkehrsbetrieben und vom städtischen Beigeordneten für Personal, Bürgerservice und Ordnung, Ronni Krug, erläutert.

Die Fach- und Dialogveranstaltung wurde im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie der Landeshauptstadt Magdeburg vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“, des Landes Sachsen-Anhalts sowie der Landeshauptstadt Magdeburg gefördert.

15. Dezember 2023

Integrations- und Ausländerbeauftragte verabschieden gemeinsame Resolution: Förderlücke in Bundesprogrammen verhindern

Die Integrations- und Ausländerbeauftragten der Länder haben auf Initiative von Sachsen-Anhalt in einer gemeinsamen Resolution den Bund aufgefordert, das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ sowie die Asylverfahrensberatung zum Jahresanfang 2024 ohne Förderlücke weiter zu fördern.

„Die Haushaltsaufstellung auf Bundesebene sorgt für erhebliche Verunsicherungen bei den Projektträgern bundesfinanzierter Programme wie z.B. ,Demokratie leben!‘ und der Asylverfahrensberatung“, erklären die Beauftragten in ihrer Resolution.

Sollte es zu keiner schnellen Einigung kommen, bestehe die erhebliche Gefahr, dass Angebote der Asylverfahrensberatung und Beratungsprojekte gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus, Beratungsstellen für Betroffene rechter Gewalt, aber auch die Modellvorhaben und kommunale Partnerschaften für Demokratie in eine Förderlücke geraten, die zu Projektabbrüchen, Entlassungen und Trägerinsolvenzen führen könnten.

Die Integrations- und Ausländerbeauftragten der Länder fordern den Bund auf, darauf hinzuwirken, dass das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ zum Jahresanfang 2024 ohne Förderlücke weitergefördert wird. Dazu sei zumindest ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn schon vor Jahresende zu erteilen.

Die Konferenz fand vom 11. bis 12. Dezember in Dresden statt, Gastgeber war der sächsische Ausländerbeauftragte und Landtagsabgeordnete Geert Mackenroth.
-    Resolution (Wortlaut) auf der Seite des sächsischen Beauftragten
-    Pressemitteilung „Ergebnisse der Konferenz“.

13. Dezember 2023

IKOE-Projekt der AGSA hat Trainer*innenqualifizierung gestartet – Bis Ende 2024 sieben Module geplant

Das Projekt IKOE – Fachstelle Interkulturelle Öffnung und Kompetenzentwicklung Sachsen-Anhalt der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. (AGSA) hat in Magdeburg seine neue Trainer*innenqualifizierung begonnen. Vorgesehen sind bis Ende 2024 einschließlich des Auftakts sieben jeweils zweitägige Module in Magdeburg, darunter ein selbst durchzuführendes Praxisprojekt.

Das Schulungsprogramm trägt das übergreifende Leitwort „Interkulturelle Kompetenzentwicklung: Verwaltung – Bildung – Unternehmen“.

Zur Eröffnung der Qualifizierung am 8. und 9. Dezember im Gesellschaftshaus am Klosterbergegarten sagte AGSA-Geschäftsführer Krzysztof Blau, das IKOE-Projekt werde von einem professionellen Team gestaltet, das über ein großes Netzwerk an Referentinnen und Referenten verfüge. Wichtig sei bei der Trainer*innenqualifizierung vor allem, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen. Zudem stellte Krzysztof Blau die AGSA als Dachverband von rund 50 Mitgliedsorganisationen sowie deren Strukturen und Inhalte vor.

IKOE-Projektleiterin Dr. Katja Michalak betonte, dass die Trainer*innenqualifizierung seit 2015 und damit von Beginn an immer ein zentraler Bestandteil des Projekts sei. Innerhalb der nunmehr vierten AMIF-Förderphase des Projekts einschließlich der jeweiligen Qualifizierungen mit vertiefenden Kursen stehe diesmal im Mittelpunkt, mit einer erneuten Grundsensibilisierung einen neuen Pool an Trainer*innen aufzubauen

Zugleich werde damit die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit öffentlichen Verwaltungen, freien Trägern und weiteren Akteuren der Zivilgesellschaft in bewährter Weise fortgesetzt. So gehe es bei der Qualifizierung auch darum, die Teilnehmenden als Multiplikatoren zu gewinnen und einen Perspektivenwechsel anzustoßen. Denn ohne die Reflexion der eigenen Haltung könne es nicht zu einer wirklichen interkulturellen Öffnung kommen.

Im Rahmen des Auftakts der neuen Trainer*innenqualifizierung präsentierte Dr. Katja Michalak auch das Diversity Journal 2023/1 des IKOE-Projekts. In der Ausgabe wird anhand von Interviews ein tieferer Einblick in die vorangegangenen und aktuellen Qualifizierungskurse gegeben. In dem Journal können unter anderem Beweggründe und Erfahrungen von heutigen und früheren Teilnehmenden und manch aufschlussreiche Rückschau ausführlich nachgelesen werden. Thematisiert wird auch der Stellenwert der Qualifizierung als bedeutende Säule des IKOE-Projekts.

Zu den 16 Teilnehmenden der neuen Bildungsreihe gehören Menschen, die bereits Erfahrungen in der Erwachsenenbildung haben oder sich dafür qualifizieren möchten. Sie kommen unter anderem von der Magdeburger Stadtverwaltung, der Kreisverwaltung des Landkreises Harz, dem Caritasverband und der Freiwilligenagentur Magdeburg. 
Die Module werden geleitet von Gavin Theren, im IKOE-Projekt zuständig für Fachqualifizierung und Mehrebenenvernetzung.

Im ersten Modul ging es unter anderem um die Reflexion der eigenen Haltung und die Rolle als zukünftige Trainer*in. Dem Kennenlernen der Teilnehmenden dienten gegenseitige Interviews und Vorstellungen eines selbst ausgewählten Partners.

Die Teilnehmenden qualifizieren sich im Zuge der Schulung, eigene interkulturelle Kompetenzworkshops und Trainings zu leiten. Sie lernen in den Modulen grundlegende diversitysensible und machtkritische Arbeitsweisen und Haltungen kennen. Außerdem bekommen sie Einblicke in fundierte interkulturelle Theorien, Methoden und Techniken wie etwa Liberating Structures und systemische Organisationsberatung. Nach dem Abschluss können die Teilnehmenden in verschiedenen Berufsfeldern Trainings anbieten.

Das IKOE-Projekt der AGSA war im Juli dieses Jahres als neue „Fachstelle Interkulturelle Öffnung und Kompetenzentwicklung Sachsen-Anhalt“ in die vierte AMIF-Förderphase gestartet. Einen Schwerpunkt der Projektarbeit bilden die Herausforderungen und die Entwicklung im ländlichen Raum. Darüber hinaus ist die Trainer*innenqualifizierung ein bewährtes und herausragendes Angebot.

12. Dezember 2023

Dessauer „One Community Projekt“ mit Preis im Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ 2023 geehrt

Als einziges Projekt in Sachsen-Anhalt ist das „One Community Projekt“ der Stadt Dessau-Roßlau im Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ 2023 der Bundeszentrale für politische Bildung ausgezeichnet worden. Die Auswahljury stufte das Projekt als vorbildlich ein, das Preisgeld betrug 2.000 Euro.

„Wir sind sehr stolz und dankbar für die Würdigung der Bundeszentrale für politische Bildung und möchten allen Beteiligten und Engagierten für die wunderbare Reise und tollen Erfahrungen im Projekt danken“, erklärten Christian Altmann und Felix Liersch vom Integrationsbüro Stadt Dessau-Roßlau (Mitteilung).

Das Projekt „One Community Projekt“ der Stadt Dessau-Roßlau umfasst ein verschiedene Generationen umfassendes und inklusives Tanz- und Begegnungsprogramm, das dokumentarisch verfilmt wurde (Trailer). In dem Projekt kamen Menschen aus verschiedenen Lebenswegen 2022 zusammen, um nach zahlreichen Proben gemeinsam eine inklusive Tanzgala für die Bewohnerinnen und Bewohner dreier Seniorenheime im Dessauer Liborius-Gymnasiums auszurichten.

Kernanliegen war, den Zusammenhalt zwischen Generationen und Nationen zu stärken. Der entstandene Dokumentationsfilm „Noch einmal Walzer“ wurde bereits mehrfach in Dessau-Roßlau zu verschiedenen Anlässen sowie überregional auf Filmfestivals gezeigt.

Nach Angaben der Bundeszentrale für politische Bildung wurden für den aktuellen Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ deutschlandweit bis zum Ende der Antragsfrist am 31. August 2023 rund 300 Bewerbungen eingereicht. Ausgezeichnet wurden insgesamt 65 Projekte aus 15 Bundesländern (Liste aller Preisträger einschließlich Dotierungen). Insgesamt betrug das Preisgeld 238.000 Euro.

12. Dezember 2023

Fachkräftesicherungspakt: Gemeinsame Erklärung mit Maßnahmen für eine gelingende Fachkräftezuwanderung

Bei der Gewinnung von ausländischen Arbeitskräften für Sachsen-Anhalt wollen Landesministerien, Arbeitgeber, Gewerkschaften, Kammern, kommunale Spitzenverbände, Arbeitsagenturen und weitere Mitglieder des Fachkräftesicherungspaktes noch enger zusammenzuarbeiten. Dazu wurde eine gemeinsame Erklärung verabschiedet.

Darin vereinbarten die Partner unter anderem, neben der Erschließung inländischer Arbeitsmarktpotentiale durch Aus- und Weiterbildung verstärkt auf die Gewinnung internationaler Arbeits- und Fachkräfte zu setzen.

„Auf zwei Beschäftigte, die altersbedingt den Arbeitsmarkt verlassen, kommt derzeit nur eine junge Arbeitskraft nach. Zur Fachkräftesicherung setzen wir zuerst auf den Nachwuchs. Denn: Azubis von heute sind die Fachkräfte von morgen“, sagte Arbeitsministerin Petra Grimm-Benne. Zweitens sollen inländische Fachkräftepotentiale besser erschlossen werden, „indem wir Beschäftigte, aber auch Menschen mit schwierigen Startbedingungen qualifizieren“.

Gleichzeitig müsse Sachsen-Anhalt mehr um internationale Fachkräfte werben, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. „Im gemeinsamen Schulterschluss mit Arbeitgebern und Gewerkschaften wollen wir die Weichen stellen, damit mehr in- und ausländische Fachkräfte in den Unternehmen ankommen und unser Land als attraktiven Arbeits- und Lebensort kennenlernen“, fügte die Ministerin hinzu.

Als Schwerpunkte für eine gelingende Fachkräftezuwanderung nach Sachsen-Anhalt setzen die Partner des Fachkräftesicherungspaktes zum Beispiel auf attraktive Lebens- und Arbeitsbedingungen, eine Beschleunigung und Entbürokratisierung der Anerkennung ausländischer Berufs- und Studienabschlüsse, unbürokratische Antrags- und Aufenthaltsverfahren für ausländische Arbeits- und sowie den Ausbau von Sprachkursen.

Auch seien eine Teilhabe am gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Leben, eine gelebte Willkommenskultur und ein konsequentes Eintreten gegen Ausländerfeindlichkeit und Diskriminierung „unabdingbar“, heißt es in der Erklärung.

Die Arbeitsgruppen des Fachkräftesicherungspaktes werden gebeten, dem Präsidium konkrete Handlungsvorschläge zu unterbreiten (Pressemitteilung mit weiteren Zitaten, dem Wortlaut der Erklärung und Hintergrundinformationen zu dem Pakt).

Kontakt: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Pressestelle, Turmschanzenstraße 25, 39114 Magdeburg Telefon: +49 391 567-4608, E-Mail: ms-presse@ms.sachsen-anhalt.de

5. Dezember 2023

Integrationsbüro im Rahmen von Forschungsprojekt zu Gast bei der EU sowie an bundesweiter Studie beteiligt

Im Rahmen des Whole Comm Forschungsprojekts der EU ist das Integrationsbüro der Stadt Dessau-Roßlau zwei Tage zu Gast in Brüssel gewesen. Mit anderen Akteuren aus anderen Ländern im Bereich Integration und internationalen Wissenschaftlern wurden viele Themenbereiche der Integration und unterschiedliche Studienergebnisse besprochen.

Gemeinsam wurde zudem an einer Toolbox für europäische Mittel- und Kleinstädte gearbeitet, die in Kürze veröffentlicht wird (Mitteilung des Integrationsbüros). Näheres zum breit angelegten Forschungsprojekt, das unter anderen Indikatoren für gelungene Integration sowie die Wirkung der stärkeren Zuwanderung seit 2016 in klein- und mittelgroßen Kommunen beinhaltet, kann auf der Internetseite des Forschungsprojekts eingesehen werden.

Das Integrationsbüro der Stadt Dessau-Roßlau hat sich zudem aufgrund des vorhandenen teilhabeorientierten Integrationskonzeptes sowie einiger „best practice“-Ansätze an einer mehrjährigen Studie beteiligt, die alle bundesweit existierenden Integrationskonzepte untersuchte. Bei der Vorstellung der Studie in Berlin war das Integrationsbüro mit Integrationskoordinator Christian Altmann vertreten (siehe Screenshot und Video von der Pressekonferenz).

Der demografische Wandel und seine Folgen sowie die häufig klammen Kommunalkassen beeinträchtigen schon heute den Alltag vieler Menschen (Mitteilung). Zuwanderung und ein konstruktiver Umgang mit gesellschaftlicher Vielfalt könnten dabei helfen, diese Herausforderungen zu bewältigen. Das erfordere ein Umdenken, denn gerade strukturschwache Regionen sind bei Zuwandernden bislang wenig beliebt.
Die neue, von der Stiftung Mercator geförderte Studie des Berlin-Instituts beschreibt, wie Landkreise und kreisfreie Städte Integration neu denken und mithilfe einer teilhabeorientierten Integrationspolitik die gesellschaftliche Teilhabe aller Einwohner*innen – zugewanderter wie alteingesessener – verbessern.

Kontakt: Integrationsbüro Stadt Dessau-Roßlau, Kühnauer Straße 24 (im Technologie- und Gründerzentrum), 06846 Dessau-Roßlau, Telefon: +49 340 2042901, E-Mail: integrationsbuero@dessau-rosslau.de

30. November 2023

AGSA veranstaltet 11. IKOE-Ideenwerkstatt: Koordinierungsstellen vor großen Herausforderungen im ländlichen Raum

Nach dem Neustart im Juli dieses Jahres hat das IKOE-Projekt der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. (AGSA) am 16. und 17. November 2023 seine mittlerweile 11. IKOE-Ideenwerkstatt ausgerichtet. Veranstaltungsort für das bewährte zweitägige Treffen der Koordinierungsstellen für Integration bzw. Migration war das Hotel Reutterhaus in der altmärkischen Hansestadt Gardelegen.

Zum Auftakt des ersten Tages erläuterte der AGSA-Geschäftsführer Krzysztof Blau unter anderem Projekte der AGSA, die den ländlichen Raum, die EU und die Jugend als Schwerpunkt haben. Unter den Teilnehmenden war auch Dirk Gödde vom Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalts, der sich rege mit den Koordinatorinnen und Koordinatoren austauschte.

Zu Gast war am zweiten Tag Bürgermeisterin Mandy Schumacher, die zunächst Gardelegen und dessen Herausforderungen vorstellte – Gardelegen ist flächenmäßig die drittgrößte Stadt in Deutschland, aber mit 49 Ortsteilen eher ländlich geprägt. In der anschließenden Diskussion hieß es dann von Teilnehmenden, dass die Kommunen vor allem im ländlichen Raum ein „Integrationsmotor“ seien. „Der ländliche Raum stirbt ohne Zuwanderung“, fasste ein Koordinator zusammen.

Außerdem fanden unter anderem Themencafés statt; zum Abschluss wurde über die Inhalte und Themen der nächsten Ideenwerkstatt Anfang 2024 diskutiert und es wurde Bilanz der 11. Werkstatt gezogen. Einig waren sich die Teilnehmenden, dass die Ideenwerkstatt einen optimalen Austausch der Koordinierungsstellen mit dem Land bietet.

–    hier zum vollständigen Bericht auf der AGSA-Seite

Das wichtige Thema des ländlichen Raums wird im Rahmen des IKOE-Fachtages am 11. April 2024 in Magdeburg weiter vertieft.

28. November 2023

Neue App „Europa-Verstärker“ der Europäischen Bewegung Sachsen-Anhalt e.V. ist ab sofort verfügbar

Die Europäische Bewegung Sachsen-Anhalt e.V. (EB LSA) hatte am 1. September ihr neues Projekt „Europa-Verstärker für Sachsen-Anhalt“ begonnen. Die Informationskanäle des Projekts werden nunmehr durch eine neu entwickelte App „Europa-Verstärker“ ergänzt, die ab sofort auf allen gängigen Plattformen verfügbar ist.

Mit dem Projekt „Europa-Verstärker für Sachsen-Anhalt“ sollen die europapolitischen Aktivitäten von Vereinen, Unternehmen und anderen Institutionen im Land wieder stärker in den Fokus gerückt werden, wie Dr. Gunnar Schellenberger, Präsident der Europäischen Bewegung Sachsen-Anhalt e.V., sagte (Pressemitteilung).

Bestehende und geplante Angebote von Institutionen und Organisationen zu europäischen Themen in Sachsen-Anhalt werden laut EB LSA über die Internetseite www.eb-lsa.de, einen monatlichen Newsletter sowie über die Social-Media-Kanäle verbreitet. Ziel sei es, das Engagement der Bürgerinnen und Bürger für Europa in Sachsen-Anhalt mit Blick auf die Europawahl 2024 zu fördern. Die Informationsplattformen würden nun durch die neu entwickelte App „Europa-Verstärker“ ergänzt.

Die Europäische Bewegung Sachsen-Anhalt e.V. rief dazu auf, Veranstaltungen, Projekte, Veröffentlichungen sowie weitere Meldungen mit Europa-Bezug in Sachsen-Anhalt an das Redaktionsteam des „Verstärkers“ zu senden. Das Team fasst die eingesandten Informationen zusammen und stellt sie einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung.

Die EB LSA bittet um Übersendung von Beiträgen an:
Tamino Kloth, Projektmanager
E-Mail: redaktion@eb-lsa.de

Ein Kontakt mit dem Verein ist auch über digitale Netzwerke möglich:
Instagram (eb_lsa)
Facebook (ebsachsenanhalt)
LinkedIn (eb-lsa)
X (EB_LSA_)

16. November 2023

Landesprogramm-Beirat verurteilt Antisemitismus und ruft zu Demokratieoffensive auf

Der Beirat des Landesprogramms für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit hat die Angriffe der Hamas auf Israel und den Hass gegen Jüdinnen und Juden scharf verurteilt. Außerdem rief das Gremium zu einer „Demokratieoffensive“ auf.

„Wir sind entsetzt über die weltweite Welle des Hasses und der Gewalt gegen Jüdinnen und Juden. In seiner Vielfalt steht der Beirat des Landesdemokratieprogramms geschlossen an der Seite von Jüdinnen und Juden sowie für die unbedingte Freiheit und Zukunft jüdischen Lebens in Sachsen- Anhalt, Deutschland und weltweit ein“, heißt es in einer einmütig beschlossenen Erklärung des Beirats (Pressemitteilung mit Wortlaut der Erklärung).

Nötig seien mehr Angebote der Prävention, der politischen Bildung und der Unterstützung von Betroffenen von Antisemitismus. „Wir bekräftigen die Maßnahmen gegen Antisemitismus und zur Stärkung der jüdischen Community, wie sie im Landesprogramm für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit und im Landesprogramm für jüdisches Leben in Sachsen-Anhalt verankert sind. Es ist von großer Bedeutung, den Kampf gegen Antisemitismus zu intensivieren“, betonte der 40 Persönlichkeiten umfassende Beirat.

Außerdem rief der Beirat angesichts des schwindenden Demokratievertrauens zu einer gemeinsamen „Demokratieoffensive“ auf. Es dürfe nicht hingenommen werden, „dass sich immer mehr Menschen von demokratischen Werten abwenden. Es braucht überzeugende demokratische Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit und mehr Beteiligung der Bevölkerung“. In der Erklärung werden die einzelnen Schwerpunkte der Demokratieoffensive detailliert aufgeführt.

„Ob Bürgerforen, Mitbestimmung in Betrieben oder gelebte Nachbarschaft: Demokratie braucht alle Bürgerinnen und Bürger“, sagte Ministerin Petra Grimm-Benne. Politik und Zivilgesellschaft würden mit einer gemeinsamen Demokratieoffensive auf mehr Teilhabe und ein Zeichen der Geschlossenheit setzen. „Gemeinsam werden wir unsere Demokratie gegen Angriffe verteidigen“, betonte die Ministerin.

Kontakt: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Pressestelle, Turmschanzenstraße 25, 39114 Magdeburg, Telefon: +49 391 567 4608, E-Mail: ms-presse@ms.sachsen-anhalt.de

16. November 2023

Erklärung zu geplanten Kürzungen bei den Migrationsfachdiensten: Jedem dritten Beratungsangebot droht das Aus

Ein breites gesellschaftliches Bündnis aus Sachsen-Anhalt hat vor den vom Bund geplanten Kürzungen bei den Migrationsfachdiensten gewarnt. In einer gemeinsamen Erklärung wurden die in den vergangenen Wochen ausgetauschten Argumente zusammengefasst und die dramatischen Folgen für Sachsen-Anhalt verdeutlicht.

Für zahlreiche Migrationsfachdienste stehe es aufgrund der im Entwurf des Bundeshaushalts vorgesehenen drastischen Kürzungen „kurz vor 12“, betonten die Unterzeichner am 10. November. Jedem dritten Beratungsangebot drohe das Aus. Von den Kürzungen seien die Ostbundesländer in einem besonderen Maße betroffen.

Laut Erklärung sieht der Entwurf des Bundeshaushalts für das Jahr 2024 drastische Kürzungen bei den Migrationsfachdiensten vor. Hiervon besonders betroffen seien die Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte (MBE) mit Kürzungen um 24 Millionen Euro, der Bereich der Jugendmigrationsdienste (JMD) mit Kürzungen um 10 Millionen Euro sowie das Respekt Coaches Programm mit Kürzungen um 31 Millionen Euro. „Damit droht jedes dritte Beratungsangebot wegzufallen“, heißt es in der Erklärung.

Und weiter: „Die Zuwanderung unterliegt im Osten einer besonderen Dynamik. Der Anteil der ausländischen Bevölkerung in Sachsen-Anhalt ist seit 1990 überproportional rasch gewachsen: von 0,6 % auf knapp 8 %. Die stark dynamische Zuwanderung nach Sachsen-Anhalt erfolgt durch Schutzsuchende, Zuwandernde aus Drittstaaten sowie durch Fachkräftezuwanderung aus den EU-Mitgliedsstaaten. Urbane Räume ebenso sowie der ländliche Raum sind durch Zuwanderung geprägt und erzeugen flächendeckend hohe Bedarfe in der Beratungslandschaft von Sachsen-Anhalt. Hiesige Unterstützungsstrukturen und die Willkommenskultur sind entsprechend nicht historisch gewachsen und gefestigt, die Beratungslandschaft weniger flächendeckend ausgebaut. Die Migrationsfachdienste als ganzheitliche Beratungsstruktur sind nun durch massive Sparmaßnahmen des Bundes bedroht – zu Lasten der ratsuchenden Menschen, des Wirtschaftsstandorts Sachsen-Anhalt und des gesellschaftlichen Zusammenhalts vor Ort.

Pro Jahr werden mehr als 15.000 Menschen in Sachsen-Anhalt von MBE und JMD betreut und begleitet – hinzu kämen Anfragen bei weiteren Diensten und zahlreiche Ehrenamtsprojekte. Die Nachfrage nach qualitativer Beratung zu Integrationsfragen und Fachkräftesicherung bleibe unverändert hoch und ist mit Blick auf die steigenden Zuzugszahlen sowie die Umsetzung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes unabdingbar. Jeder Euro, der bei der beruflichen und sozialen Integration gespart wird, wird der Gesellschaft später z. B. durch Bezug von Transfer- oder Sozialleistungen in Rechnung gestellt."

Verlangt wird unter anderem „eine Abwendung der Kürzungen für eine angemessene Ausstattung der Migrationsfachdienste und damit der Sicherung der Verzahnungsstelle zwischen Zugewanderten, ihrer Teilhabe in der Gesellschaft, den Kommunen und der Wirtschaft. Ziele, die nur gemeinsam erreicht werden können, dürfen nicht haushaltspolitisch gegeneinander ausgespielt werden.“

Die Erklärung wurde unter anderem an Vertreter der Bundesregierung, des Bundestages und der Landesregierung von Sachsen-Anhalt verschickt.

Unterzeichner sind die Arbeiterwohlfahrt Sachsen-Anhalt, die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt, Arbeit und Leben Sachsen-Anhalt, der Ausländerbeirat der Stadt Halle, der Caritasverband für das Bistum Magdeburg, der Deutsche Paritätischer Wohlfahrtsverband – Landesverband Sachsen-Anhalt, der Deutsche Gewerkschaftsbund Sachsen-Anhalt, die Diakonie Mitteldeutschland, der Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt, die Landeshauptstadt Magdeburg, der Landkreis Saalekreis, der Runde Tisch für Zuwanderung und Integration, gegen Rassismus in Sachsen-Anhalt und die Stadt Halle (Saale).

-    die Erklärung im Wortlaut
-    Hintergrundpapier zu den Migrationsfachdiensten

10. November 2023

Statistisches Landesamt: Inzwischen kommt fast jeder fünfte Student in Sachsen-Anhalt aus dem Ausland

Der Anteil ausländischen Studierenden in Sachsen-Anhalt hat sich leicht erhöht. So waren dem Statistischen Landesamt zufolge 58.338 im Wintersemester 2022/2023 an den Hochschulen immatrikuliert, darunter 10.462 Studierende mit ausländischer Staatsangehörigkeit.

Dies entsprach einem Anteil von 17,9 Prozent aller Studierenden gegenüber dem Jahr davor (9.424 gleich 17,2 Prozent), berichtete das Statistische Landesamt in Halle weiter (Pressemitteilung). Zu den fünf häufigsten Staatsangehörigkeiten gehörten demnach Indien (2.475), China (897), Syrien (478), Iran (455) und Bangladesch (449).

Eine lange Zeitreihe und Basisdaten zum Thema Studierende an Hochschulen in Sachsen-Anhalt können über Tabellen in der Datenbank GENESIS-Online abgerufen werden.

Kontakt: (Postanschrift) Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Postfach 201156, 06012 Halle (Saale); für Besucher: Merseburger Straße 2, 06110 Halle (Saale); Telefon: +49 345 23180, E-Mail: info@stala.mi.sachsen-anhalt.de

2. November 2023

In Vielfalt geeint – Auszubildende der Kommunalverwaltung treffen sich zum EU-Azubigipfel in Zerbst

Die Auszubildenden der Landkreisverwaltung Anhalt-Bitterfeld und der Stadt Zerbst (Anhalt) haben beim traditionellen EU-Azubigipfel die Europäische Union aus unterschiedlichen Blickwickeln erlebt. Sie debattierten am 19. und 20. Oktober im Rathaus von Zerbst über die Zukunft der EU in der Verwaltung und wie diese auch im Kleinen in der Ausbildung eine größere Rolle spielen kann.

Der EU-Azubigipfel wurde gemeinsam von der IKOE – Fachstelle Interkulturelle Öffnung und Kompetenzentwicklung Sachsen-Anhalt und der Fach- und Servicestelle EU-Migration Sachsen-Anhalt (EUmigra) der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. umgesetzt und von der Stadt Zerbst (Anhalt) unterstützt.

Die Idee dahinter ist, dass die Auszubildenden Gelegenheit bekommen, die EU aus verschiedenen Perspektiven zu erleben. Europa soll greifbarer und lebendiger werden, Europa soll mehr und mehr nach Anhalt-Bitterfeld geholt werden. Unter der Überschrift „In Vielfalt geeint“ versetzten sich die Auszubildenden z.B. im Planspiel Diversity in unterschiedlichste Rollen von Bürgerinnen und Bürger der Stadt Cordoba in Al-Andalus/Spanien im 10. Jahrhundert.

Sie nahmen die Rollen ihrer Bewohner*innen an und erleben, wie das gesellschaftliche, friedliche Zusammenleben durch einen Sprachenkonflikt ins Wanken gerät. In dem Planspiel hatten die Auszubildenden die Aufgabe, ihre Interessen zu artikulieren, verschiedene Perspektiven in der Gesellschaft kennenzulernen und Lösungsansätze zu diskutieren.

„Das Planspiel regt zu einem Perspektivwechsel für ein Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft an. Die Wirkung von Macht und Privilegien werden simuliert und zur gemeinsamen Reflexion angeregt. Wie kann mit unterschiedlichen Meinungen und Bedürfnissen in einer diversen Gesellschaft umgegangen werden? Besonders im Kontext von kommunalen Verwaltungen sind interkulturelle Kompetenzen und Verständnis besonders wichtig, und wir freuen uns, dass an die Auszubildenden mit dem Planspiel weiterzugeben und für einen sensibilisierten Blick auf das heutige Zusammenleben in der pluralen und mehrsprachigen Migrationsgesellschaft anzuregen“, erklärt AGSA-Referentin Mareike Schwarz.

Die Auszubildenden hatten sichtlich Spaß daran, in andere Rollen zu schlüpfen und nahmen die Herausforderung an, sich mit ihren eigenen Kolleginnen und Kollegen zu streiten bzw. schlussendlich am Ende auch einen Kompromiss zu schließen, oder war es ein Konsens? Die Auszubildenden bestätigten in der Auswertung, dass das Planspiel sie animiert hat, über sich selbst und die eigenen Denkmuster nachzudenken.
An Tag zwei konnten die Teilnehmenden des EU-Azubigipfels mit der Europaabgeordneten Karolin Braunberger-Reinold aus Sachsen-Anhalt über die EU sowie deren Zukunft und Einfluss auf ihre Ausbildung diskutieren. Wie wird die EU in 10 Jahren aussehen? Was könnte helfen, damit die EU in der Verwaltung wahrnehmbarer wird und wie lässt sich Mehrsprachigkeit in der Behörde als Kompetenz stärken?

Den Auszubildenden war es aber auch wichtig darüber zu reden, wie die eigene Ausbildung insgesamt noch mehr Europabezug haben kann. Angeregt durch das Planspiel, aber auch durch das eigene Erleben im Praxisteil der Ausbildung, stellten die Azubis Sprachkompetenzen, insbesondere Englisch, als unabdingbarer Bestandteil der Ausbildung heraus. Sie warben dafür, Englisch als Ausbildungsinhalt zu integrieren.
Hierfür und für noch mehr Europa in Anhalt-Bitterfeld in der Ausbildung planen die Azubis nach dem EU-Azubigipfel ein Gespräch mit der zuständigen Berufsschule. Frau Karolin Braunsberger-Reinhold nutzte die Gelegenheit und überreichte an vier Erasmus+ Teilnehmer den Europass-Mobilitätsnachweis. Dieser ist ein Nachweis über die Teilnahme an einem Erasmus+ Aufenthalt und erfasst Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen, die während eines Lernaufenthaltes im europäischen Ausland erworben wurden.

Die Zeit verging wie im Fluge, und schon erhielten die Azubis ein Input zur EU-Bildungszuwanderung in Sachsen-Anhalt von Dr. Ernst Stöckmann (EUmigra-Projekt, AGSA e.V.) und testeten ihr Wissen über Europa mit einem Quiz. Fast jeder der Anwesenden war schon einmal in einen Konflikt verwickelt, so die kurze Umfrage vor dem Workshop „Konstruktiv Im Konflikt – aber wie?“.

Sei es im privaten Bereich, auf der Arbeit, in der Berufsschule oder während des Erasmus+ Aufenthaltes. Überall „lauern“ Konflikte, die es gilt, konstruktiv zu lösen. Hierfür definierten die Azubis zuerst den Begriff Konflikt, lernten Eskalationsstufen von Konflikten kennen und waren sehr erstaunt, wie selbstverständlich typische Konfliktverstärker im Alltag verwendet werden. 
Viel zu schnell vergingen die beiden sehr intensiven Europatage. Frau Dr. Katja Michalak, IKOE- Projektleiterin, betonte abschließend: „Unser EU-Azubi-Gipfel hat gezeigt, dass es unverzichtbar ist, das Thema Europa anwendungsbezogen zu untersuchen. Der Grund liegt nicht nur im sprichwörtlichen Sinn auf der Hand, sondern quasi vor der eigenen Tür: Ohne Europa sind die Internationalisierungs- und Harmonisierungsstrategien für die Kommunalverwaltungen in Deutschland schlichtweg nicht denkbar.“

-    Pressemitteilung

Kontakt: pressestelle@anhalt-bitterfeld.de

1. November 2023

Delegation in Polen zu Gast: 20 Jahre Regionalpartnerschaft Masowien – Sachsen-Anhalt

Auf Einladung des Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, war der AGSA-Geschäftsführer Krzysztof Blau mit einer Landesdelegation in die polnische Partnerregion Masowien gereist. Den Anlass bildete der 20. Jahrestag der Regionalen Partnerschaft mit Masowien. Die Zusammenarbeit ist ein wichtiger Bestandteil der Landespolitik und somit auch im Landesprogramm für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit verankert.

Die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. (AGSA) ist landesweit federführend in der Begleitung öffentlicher Einrichtungen im Bereich der interkulturellen Orientierung und Öffnung aktiv, „denn jeder Mensch in unserem Bundesland soll von gleichen Teilhabechancen profitieren, egal ob er schon immer hier lebt oder erst später nach Sachsen-Anhalt kam“ (ausführlicher Bericht auf der Internetseite der AGSA).

Dazu sind wir nicht nur im gesamten Bundesland Sachsen-Anhalt in Verwaltungen, Behörden, Schulen, Unternehmen und Vereinen unterwegs, sondern auch im Zeichen der Regionalpartnerschaft aktiv.

Vor diesem Hintergrund konnte im Rahmen der Delegationsreise eine Projektpartnerschaftsvereinbarung mit dem Masowischen Zentrum für Lehrerfortbildung (MSCDN) unterzeichnet werden. Mit diesem Projekt werden Methoden der Bildungs- und Integrationsarbeit mit den polnischen und spanischen Partnern erarbeitet. Für nächstes Jahr sind gegenseitige Arbeitstreffen in Sachsen-Anhalt und Masowien geplant.

25. Oktober 2023

Interviewreihe des Vereins DaMOst: Auftakt mit der Integrationsbeauftragten Susi Möbbeck

Der Dachverband der Migrant*innenorganisationen in Ostdeutschland DaMOst e.V. stellt in einer Interviewreihe die Tätigkeit der Integrations- und Ausländerbeauftragten der fünf ostdeutschen Bundesländer vor. Den Auftakt bildete ein Gespräch mit der Integrationsbeauftragten von Sachsen-Anhalt, Staatssekretärin Susi Möbbeck.  

Thematische Schwerpunkte des Interviews mit Susi Möbbeck sind die Umsetzung des Integrationskonzeptes von Sachsen-Anhalt, die Zusammenarbeit mit den migrantischen Organisationen, die sogenannte institutionelle Förderung von freien Trägern sowie die Arbeit der kommunalen Integrations- und Ausländerbeauftragten im Bundesland. Darüber hinaus erklärte Susi Möbbeck ihre Unterstützung für die Kampagne „Wir sind 7 %“ des LAMSA e.V., mit der die politische Teilhabe von Menschen mit Migrationsgeschichte erhöht werden soll.

Interessierte, die kein Interview verpassen möchten, können sich unverbindlich für den DaMOst-Newsletter anmelden.

DaMOst wurde vor fünf Jahren gegründet und repräsentiert heute mehr als 300 migrantische Organisationen und Einzelpersonen mit Migrationshintergrund in Ostdeutschland.

Kontakt: Dachverband der Migrant*innenorganisationen in Ostdeutschland DaMOst e.V., Landsberger Straße 1, 06112 Halle (Saale), Telefon Geschäftsführung: +49 345 6868 6428, Verwaltung: +49 345 6868 6431. E-Mail: info@damost.de

24. Oktober 2023

Interesse gestiegen: 8 457 Mädchen und Jungen lernten im Schuljahr 2022/2023 Spanisch

Die Teilnahme am Spanischunterricht an den Schulen in Sachsen-Anhalt ist in den vergangenen Jahren deutlich angewachsen. Gegenüber dem Schuljahr 2015/2016 erhöhte sich die Teilnahmezahl besonders in den Grund- (2015/2016: 12), Sekundar- (58) und Integrierten Gesamtschulen (285) erhöht.

Nach Englisch, Französisch und Russisch sei es die vierthäufigste gewählte Fremdsprache gewesen, erklärte das Statistischen Landesamt in Halle zum Internationalen Tages der Sprache am 12. Oktober (Pressemitteilung).

Bereits an den Grundschulen würden 45 Schülerinnen und Schüler in Sachsen-Anhalt in Spanisch unterrichtet, an Sekundarschulen seien es 312. Dem Landesamt zufolge besuchten die meisten Schülerinnen und Schüler mit spanischem Fremdsprachenunterricht ein Gymnasium (5. bis 10. Klasse 5.937 sowie 11. und 12. Klasse 909).

An vier Integrierten Gesamtschulen wurden 669 Kinder und Jugendliche in Spanisch unterrichtet, 528 waren es an den Gemeinschaftsschulen.

Die spanische Sprache (español) gehört ebenso wie Deutsch zur indogermanischen Sprachfamilie. Wegen des früheren Kolonialismus gilt Spanisch als die häufigste Muttersprache auf dem amerikanischen Doppelkontinent. Im Jahr 1986 war Spanien zusammen mit Portugal der Europäischen Union beigetreten. 

Kontakt: (Postanschrift) Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Postfach 201156, 06012 Halle (Saale); für Besucher: Merseburger Straße 2, 06110 Halle (Saale); Telefon: +49 345 23180, E-Mail: info@stala.mi.sachsen-anhalt.de

13. Oktober 2023

Erste in Deutschland und in deutscher Sprache ausgebildete Imame der neuen Bundesländer kommen aus Dessau

Die beiden Imame der Offenen Islamischen Gemeinde Dessau e.V. trafen sich am 5. Oktober in der Qubaa-Moschee mit Kooperations- und Netzwerkpartnern, die ihnen gratulierten: Murhaf Al Ahmad Danawar und Amadi Indjai sind die ersten ostdeutschen Imame, die die „Grundständige islamtheologisch-praktische Ausbildung (Imam-Ausbildung)“ des Islamkollegs Deutschland in deutscher Sprache erfolgreich absolviert haben.

Die Ausbildung sei neu und bisher einmalig – Bülent Uçar, Professor für islamische Theologie in Osnabrück, habe in den letzten Tagen immer wieder von einer „Pionierleistung im deutschsprachigen Raum“ gesprochen, wie die Offene Islamische Gemeinde weiter mitteilte (Presseinformation). Die Ausbildung umfasse Fächer wie etwa Predigtlehre, Koranrezitation, Gemeindepädagogik, Seelsorge und politische Bildung. Sie sei von den beiden Imamen über zwei Jahre durchlaufen worden.

Insgesamt hätten 17 Männer und Frauen zum erfolgreichen Abschluss der Ausbildung, die von Islamtheologen der Universität Osnabrück federführend konzipiert und vom Bundesinnenministerium gefördert worden sei, ihre Abschlusszeugnisse erhalten. Darunter seien nur zwei ostdeutsche Absolventen gewesen, nämlich die Imame Danawar und Indjai.

Beide Imame sind den Angaben zufolge ehrenamtlich für die Gemeinde tätig, die überwiegend von Geflüchteten und Migranten besucht werde und über Spenden nur wenig Mittel einnehme, weshalb die Imame nicht angestellt werden könnten. 

Kontakt: Offene Islamische Gemeinde Dessau e.V., Askanische Straße 42, 06842 Dessau-Roßlau, E-Mail: offene-islamische-gemeinde-dessau@gmx.de
sowie
https://www.islamkolleg.de/

5. Oktober 2023

Podcast-Folge zum länderübergreifenden Thementag „Engagiert in der Geflüchtetenhilfe“ ist jetzt abrufbar

Zu dem länderübergreifenden Thementag „Engagiert in der Geflüchtetenhilfe“ am 6. Juli in Erfurt hat Team des Podcasts Lounes eine Folge erstellt, die nunmehr auf einem Streamingdienst angehört werden kann. Der knapp 30 Minuten lange Audiobeitrag widmet sich den wichtigsten Fragestellungen der Tagung.

Menschen, die nicht teilnehmen konnten oder sich für den Engagementbereich der Geflüchtetenhilfe interessieren, können zum Beispiel das „Thesenbattle“ der Veranstaltung noch einmal „nachspielen“ und sich über die Inhalte der Tagung informieren (die Podcast-Folge). 

Die zentrale Frage des Thementages „Engagiert in der Geflüchtetenhilfe“ in der Thüringer Landeshauptstadt mit Teilnehmenden aus mehreren Bundesländern lautete, wie es in Zukunft mit dem Engagement für, mit und von Geflüchteten unter anderem aus der Ukraine weitergeht.

Rund 50 Teilnehmende aus Praxis und Politik trafen im Bildungshaus St. Ursula aufeinander. Eingeladen zu dem Thementag hatten die Stiftung Bürger für Bürger, das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (bagfa). In Workshops und an Thementischen befassten sich die Teilnehmenden mit einzelnen Bereichen.

Im Workshop der Stiftung Bürger für Bürger mit der Koordinierungsstelle Engagement Ukraine der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. (AGSA) ging es unter der Überschrift „Ukrainer*innen in Deutschland: Willkommensengagement verstetigen“ darum, wie die Unterstützungsangebote und das Engagement von Freiwilligen stabiler und langfristig gestaltet werden könnten. Aus den Workshops wurden Thesen zusammengetragen, über die die Teilnehmenden dann im Plenum abstimmten.

Ein Blog-Beitrag der Stiftung unter anderem mit den Präsentationen des Thementages sowie weitere Fotos ist hier zu finden.

5. Oktober 2023

Lebendiger interkultureller Austausch und familiäres Flair beim Neustadtfest in Weißenfels

Zum Weißenfelser Neustadtfest am 29. September waren bei bestem Spätsommerwetter Hunderte gekommen: Familien und Pärchen, politische Vertreter und Vereine, Kinder und Senioren, Mitarbeitende kommunaler Einrichtungen und Dienste und nicht zuletzt ehrenamtlich Interessierte aus migrantischen Communities.

Das familiäre Flair im Neustadtpark punktete mit vielen Attraktionen und Spielen nicht nur für die Jüngsten und zeigte sich etwa mit einem eigenen Getränkeservice für die zahlreichen Teilnehmer mit ihren Angeboten bestens organisiert.

Dazu gab es vielseitige Infostände von Vereinen, Trägern und Initiativen mit ihren Gelegenheiten zum Mitmachen, Selbstgebasteltes wurde geboten, und neben Spiel und Spaß sowie auftrittsstarken Darbietungen auf der Kleinkunstbühne konnte jeder auch bei der Verköstigung u.a. mit selbstgemachtem Kuchen und Getränken auf seine Kosten kommen.

Auch am Informationsstand der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. mit dem EUmigra-Projekt tummelten sich viele Kinder um das Glücksrad. EUmigra hatte die Gelegenheit, zahlreiche Gespräche mit den migrantischen Communities zu führen und ihre Bedarfe und Probleme aufzunehmen. Davon ist tatsächlich eine Menge zusammengekommen und ist Anlass für das Landesprojekt, diese Stellungnahmen in den nächsten Wochen aufzuarbeiten und mit Lösungskonzepten zu versehen.
– zum Bericht auf der EUmigra-Internetseite

Kontakt: Neustadtbüro Weißenfels, Neumarkt 6, 06667 Weißenfels, Telefon: +49 3443 8209720

2. Oktober 2023

Einbürgerungsfeier im Altmarkkreis Salzwedel: Landrat Steve Kanitz heißt 15 „neue“ Bürgerinnen und Bürger willkommen

Landrat Steve Kanitz hat kürzlich bei einer Einbürgerungsfeier 15 geladene Gäste als „neue“ Bürgerinnen und Bürger im Altmarkkreis Salzwedel begrüßt. „Wenn ich mich hier umschaue, dann blicke ich in erwartungs- und hoffnungsvolle Gesichter“, sagte er bei der Festveranstaltung im Sitzungsaal Salzwedel der Kreisverwaltung in Salzwedel.

„Sie alle haben verschiedene Lebensgeschichten, Gründe und Wege, die Sie hierher nach Deutschland und letztendlich in unsere schöne Altmark geführt haben“, fügte Kanitz laut Pressemitteilung hinzu. Sie hätten sich nach der Flucht hier erfolgreich ein neues Leben aufgebaut und sich für den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit entschieden. „Zu diesem besonderen Schritt möchte ich Ihnen gratulieren und heiße Sie im Altmarkkreis Salzwedel herzlich willkommen.“

Landrat Kanitz überreichte Einbürgerungsurkunden an Männer, Frauen und Kinder aus Syrien und Indien in einem feierlichen Rahmen. Künstlerisch begleitet wurde die Veranstaltung von der Kreismusikschule. Die Einbürgerung ist die letzte Stufe einer gelungenen langjährigen Integration in die örtlichen Verhältnisse.

Zu Einbürgerungsveranstaltungen wird im Altmarkkreis Salzwedel seit 1992 in unregelmäßigen Abständen eingeladen. Einschließlich der aktuellen Einbürgerungen konnten den Angaben zufolge im Jahr 2023 bereits 57 Menschen im Altmarkkreis Salzwedel willkommen geheißen werden. Alle neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger erfüllen die nötigen Voraussetzungen, zu denen neben einem langjährigen Aufenthalt auch das Beherrschen der deutschen Sprache, Straffreiheit und eine solide Integration in die hiesigen Lebensverhältnisse gehören.

–    umfangreiche Informationen zum Thema Einbürgerung bietet diese Broschüre des sachsen-anhaltischen Innenministeriums

Kontakt: Altmarkkreis Salzwedel Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Karl-Marx-Straße 32, 29410 Hansestadt Salzwedel, Telefon: +49 3901 840-308, -309; E-Mail: pressestelle@altmarkkreis-salzwedel.de

Migrationskoordinatorin Lisa Marie Sacher, Karl-Marx-Straße 15 (Dienstsitz), 29410 Hansestadt Salzwedel, Telefon: +49 3901 840-257, E-Mail: lisa-marie.sacher@altmarkkreis-salzwedel.de

30. September 2023

Arbeitskreis Unionsbürger in Sachsen-Anhalt mit landesweiter Beteiligung gegründet

Sachsen-Anhalt hat einen neuen landesweiten Initiativ-Verbund: Der am 20. September im einewelt haus der Auslandsgesellschaft in Magdeburg gegründete „Arbeitskreis Unionsbürger in Sachsen-Anhalt“ versteht sich als überregionale Arbeitsgruppe für die große Gruppe der zugewanderten EU-Staatsangehörigen.

In die Initiative bislang eingebunden sind acht Landkreise und die Landeshauptstadt Magdeburg – haupt- und ehrenamtlich Verantwortliche in den Strukturen der Integrationsarbeit wie die Koordinierungsstellen für Integration, Mitarbeitende aus der Beratungslandschaft Sachsen-Anhalts, Multiplikatoren aus Landesprojekten und der Integrationsbeauftragte der Landeshauptstadt Magdeburg.

Der Arbeitskreis sieht seinen Mehrwert in der fachlichen Netzwerkarbeit mit dem Ziel, das Thema der EU-Zuwanderung sichtbarer in die öffentliche Wahrnehmung zu bringen und an die politische Ebene zu vermitteln. Seine überregionale Expertise will das Netzwerk künftig im Sinn eines zielgruppenspezifischen Bedarfsmonitorings bündeln. Strukturmaßnahmen wie etwa Pilotprojekte im ländlichen Raum sollen dazu beitragen, vorhandene Angebote und Strukturen passgenau weiterzuentwickeln.

Den Mitgliedern des Arbeitskreises ist es nicht zuletzt ein Kernanliegen, künftig über eine breit vernetzte thematische Austauschplattform und ein gemeinsames Sprachrohr zu verfügen, hat doch die Zielgruppe der EU-Zugewanderten praktisch keine Vertretung.

„Bezugsfolie des Arbeitskreises bleibt die Einsicht des Landesintegrationskonzepts, dass durch die EU-Binnenmigration spezifische Bedarfe entstehen, die sich von denen der Fluchtmigration erheblich unterscheiden. Während die Arbeitsmarktstatistik klar die wirtschaftliche Bedeutung dieser sehr heterogenen Zielgruppe für unser Land aufzeigt, besteht in zentralen Bereichen wie etwa der beruflichen Anerkennung oder bei den Zugängen zur sozialen Integration noch Nachbesserungsbedarf in punkto Gleichbehandlung, und das hat Auswirkungen auf das langfristige Bleibeinteresse der Unionsbürger in unserem Land“, fasste Ernst Stöckmann von der Auslandsgesellschaft (EUmigra) die gehaltenen Plädoyers in der Runde zusammen. Beizutragen zu einer vollständigeren Willkommenskultur sei man den Unionsbürgern, von denen die meisten als EU-Arbeitnehmer in unserem Land tätig sind, einfach schuldig.

„Es ist wichtig, dass das EU-Zuwanderungsthema eine stärkere Stimme und Aufmerksamkeit bekommt. Für Veränderung ist insbesondere die Sensibilisierung und das Erreichen und Einbinden politischer Entscheidungsträger wichtig“, so Iwona Kischel vom Integrationsbereich der Stadt Weißenfels.

Aus Sicht des Integrationsbeauftragten Krzysztof Blau erfordert der gestiegene Fachkräftebedarf im Land ein stärkeres Zugehen auf die Gruppe der Unionsbürger – nicht nur beim barrierenreichen Zugang von EU-Arbeitnehmern zu Sprachkursen. „Wie die AGSA-Studie zur EU-Zuwanderung nun auch wissenschaftlich belegen konnte: Es kommen immer mehr arbeitende Unionsbürger hierher und das erfordert ein Anpassen der Angebote“ – ein Befund, den die ‚Blitzlichter‘ aus den Landkreisen für viele operative Einzelbereiche bestätigten.

Mit dem Landesprojekt EUmigra der AGSA hat der neu konstituierte Arbeitskreis einen neutralen Koordinator für die arbeitsorganisatorische Vernetzung eingesetzt. Die Einbindung weiterer Schlüsselakteure gehört zu den bevorstehenden Aufgaben ebenso wie der Aufbau einer geeigneten Kommunikationsstruktur und die Themensetzung.

Um eine möglichst effektive und breite landesweite Beteiligung sicherzustellen, werden bei den Netzwerktreffen physische wie digitale Formate gleicherweise eine Rolle spielen. „Es gibt viel anzupacken, aber der Anfang ist gemacht“, zeigte sich Mario Gabler vom JMD der Diakonie Zerbst erfreut über die Ergebnisse des Gründungstreffens.

-    der Beitrag auf der EUmigra-Internetseite

Eingebettet in die Gründungsveranstaltung waren auch Kurzvorstellungen des Projekts Neustadtbüro der Stadt Weißenfeld (Iwona Kischel) und der digitalen Landkarte „Kompass Sachsen-Anhalt“ der IKOE – Fachstelle Interkulturelle Öffnung und Kompetenzentwicklung Sachsen-Anhalt der AGSA (Karsten Wiedener).

22. September 2023

Psychosoziales Zentrum für Migrantinnen und Migranten erweitert Angebot: Neuer Standort in Stendal

Das Psychosoziale Zentrum für Migrantinnen und Migranten in Sachsen-Anhalt (PSZ) hat sein Unterstützungsangebot um eine Anlaufstelle im Norden des Bundeslandes erweitert. Am Standort Stendal wurde die Arbeit offiziell aufgenommen. Das PSZ befindet sich am Westwall 19, 39576 Stendal.

Der Schwerpunkt der Tätigkeit des PSZ liegt auf der psychosozialen Beratung und klinisch-psychologischen Praxis mit geflüchteten Erwachsenen sowie Kinder- und Jugendlichen, die Verfolgung, Gewalt und Folter überlebt haben. 

Anmeldungen erfolgen per E-Mail (kontakt@psz-sachsen-anhalt.de) oder Telefon (+49 151 70589732). Auf der Internetseite https://psz-sachsen-anhalt.de/ sind alle erforderlichen Informationen zu finden, um den Anmeldeprozess (unterhalb „Angebote“) zu starten und die Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Träger des PSZ ist die St. Johannis GmbH, einer Tochtergesellschaft der Stiftung Evangelische Jugendhilfe St. Johannis Bernburg. Im PSZ werden Kriegsgeflüchtete, politisch Verfolgte und Opfer organisierter Gewalt, die ihr Land verlassen mussten und psychologische Hilfe suchen, unterstützt.

Weitere PSZ-Standorte gibt es in Halle (Saale) und in der Landeshauptstadt Magdeburg – siehe auch hier in der Unterrubrik Gesundheit auf dem Integrationsportal.

15. September 2023

Schülergruppen aus Sachsen-Anhalt präsentieren „EUROPIA – Unsere Visionen von Europa“ bei Besuch in Brüssel

Sechs Schülergruppen aus Sachsen-Anhalt haben gemeinsam mit dem Projekt „Europa geht weiter“ der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. (AGSA) die Europäische Union erkundet. In Brüssel diskutierten sie mit Europaabgeordneten sowie Beamtinnen und Beamte der Europäischen Kommission, des Ausschusses der Regionen und der „Dienstelle Beobachter der Länder“ bei der EU.

Die rund 40 Schüler und Schülerinnen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren aus Wolmirstedt, Gommern, Aschersleben, Merseburg, Schwanebeck und Roßlau sowie ihre Lehrkräfte kamen am Montagmorgen in der belgischen Hauptstadt Brüssel an (Pressemitteilung u.a. mit Zitaten). Sie hatten sich am Sonntag zuvor im Magdeburger einewelt haus intensiv auf die Reise vorbereitet, Zukunftsthemen definiert, Visionen entwickelt und Prioritäten gesetzt.

Am Dienstag standen das Kennenlernen des Europäischen Parlaments und Gespräche mit den sachsen-anhaltischen Europaabgeordneten, Anna Cavazzini (Bündnis 90/Die Grünen) und Karolin Braunsberger-Reinhold (CDU) auf dem Programm. Eine weitere intensive Auseinandersetzung mit europäischer Zukunft führte die Gruppe am Mittwoch in der Vertretung Sachsen-Anhalts bei der EU. 

Die Studienfahrt nach Brüssel ist der Höhepunkt des AGSA-Projekts „Europa geht weiter“. Bereits im Juni waren die Gruppen zu einem Jugendevent zusammengekommen, wo sie auf das Thema Zukunft und Jugendvisionen eingestimmt wurden. So stellten sich damals die Landtagsabgeordneten Nicole Anger (DIE LINKE), Holger Hövelmann (SPD) und Tobias Krull (CDU) sowie Susi Möbbeck, Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung den Fragen der Jugendlichen, die dann bei zwei Workshops an den Schulen weiterdiskutiert wurden.

Durch den Besuch in Brüssel haben die jungen Menschen noch einmal hautnah und aus erster Hand erfahren, wie die EU funktioniert, wo und wie Sachsen-Anhalt dort repräsentiert wird und welche Vorteile das Bundesland von der EU hat.

Das Projekt „Europa geht weiter“ wird durch das Ministerium für Bildung, das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung sowie durch die Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt gefördert.

Kontakt zum Team „Europa geht weiter“ 2023: Aleš Janoušek (Leitung), E-Mail: ales.janousek@agsa.de

8. September 2023

Zwischen Nachholbedarf und Aufholeffekten: Landesprojekt EUmigra präsentiert Studienergebnisse zur EU-Zuwanderung auf der Verbändeberatung

Zur Verbändeberatung der Integrationsbeauftragten am 1. September im Sozialministerium hat das Landesprojekt EUmigra die Kernaussagen seiner Grundlagenstudie zur EU-Zuwanderung präsentiert.

Die von Projektleiter Ernst Stöckmann vorgetragenen Studienergebnisse führten deutlich vor Augen, dass die bedeutende Zuwanderungsgruppe der Unionsbürger einer bedarfsspezifischen Betrachtung bedarf. Im Gesamtbild liegen Aufholeffekte und Nachholbedarfen eng beieinander.

So im Bereich Demografie: Die Anzahl der Unionsbürger in Sachsen-Anhalt hat sich seit 2011 mehr als verdreifacht, mit einem Anteil von 1,8 Prozent an der Gesamtbevölkerung liegt das Land allerdings im Bundesvergleich noch ganz hinten.

Starke Aufwüchse hingegen zeigt die Arbeitsmarktsituation: So liegt das Land bei der Zahl sozialversicherungspflichtig beschäftigter Unionsbürger ebenso wie bei der Beschäftigungsquote, die mit 69 Prozent im oberen Drittel des bundesweiten Vergleichs liegt, ganz weit vorn. Dass sich der Anteil der EU-Arbeitnehmer an allen Beschäftigten mittelfristig wesentlich erhöhen wird, ist mit Blick auf den durchschnittlich jüngeren Altersdurchschnitt der EU-Zugewanderten nur folgerichtig.

Diese Dynamik und ihre Chancen für den Wirtschaftsstandort Sachsen-Anhalt zeigte nicht zuletzt die interessante Prognose der Studie in Form von Modellrechnungen auf. Ein Beispiel: Würden sich 20 Prozent der Unionsbürger zwischen 2020 und 2024 anstatt für eine unmittelbare Abwanderung für ein weiteres Verbleibsjahr in Sachsen-Anhalt entscheiden, könnten 16.470 Personen zusätzlich für den Arbeitsmarkt gewonnen werden.

Die anschließende Diskussion verdeutlichte den Wert einer spezifischen Willkommenskultur für die Zielgruppe der Unionsbürger und den Bedarf an spezifischer Unterstützung, etwa bei der beruflichen Anerkennung von mitgebrachten Qualifikationen. So liegt der Mehrwert der EU-Grundlagenstudie nicht nur in der Fokusbildung und Sensibilisierung für die Bedarfe dieser für das Land so wichtigen Zuwanderungsgruppe (Susi Möbbeck).

Sie zeigt zugleich im Detail nach, inwiefern die EU-Binnenmigration eine „fundamental andere Logik“ als die Flüchtlingsmigration aufweist. Und das hat, wie Integrationskoordinatorin Anna Lena Hemmer in der Diskussion abschließend hervorhob, erhebliche Auswirkungen auf die Integrationsarbeit für diese Zielgruppe. – siehe auch die EUmigra-Seite

Kontakt: Fach- und Servicestelle EU-Migration Sachsen-Anhalt, Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V., Schellingstraße 3-4, 39104 Magdeburg, Telefon: +49 391 5371-271, E-Mail: ernst.stoeckmann@agsa.de

8. September 2023

Deutlich mehr Anträge auf Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse – Zuwachs auch bei positiven Bescheiden

Im Jahr 2022 wurden den zuständigen Stellen in Sachsen-Anhalt 927 Anträge auf Anerkennung einer im Ausland erworbenen Berufsqualifikation vorgelegt. Dies waren 171 Gesuche und damit 22,6 Prozent mehr als im Jahr davor – der Höchststand seit Beginn der Erhebung vor rund zehn Jahren.

Von den 927 Verfahren auf Anerkennung einer im Ausland erworbenen Berufsqualifikation seien 891 Verfahren mit einem Bescheid abgeschlossen worden und damit 210 bzw. 30,8 Prozent mehr als 2021, wie das Statistischen Landesamtes in Halle weiter erläuterte (Pressemitteilung).

Davon wurden dem Landesamt zufolge 516 Abschlüsse als vollständig gleichwertig zu einer in Deutschland erworbenen Qualifikation anerkannt. Deren Anteil erhöhte sich von 40,1 auf 57,9 Prozent. Weitere 216 Verfahren hätten die Behörden positiv mit Auflage einer Ausgleichsmaßnahme entschieden.

Die meisten Anträge auf Anerkennung einer ausländischen Berufsqualifikation wurden laut Mitteilung für die deutschen Referenzberufe Elektronikerin bzw. Elektroniker (282), Ärztin bzw. Arzt (Approbationserteilung; 264), Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. -pfleger (147), Lehrerin bzw. Lehrer (51) und Ingenieurin bzw. Ingenieur (27) gestellt. 
Von Personen mit einer Ausbildung in Bosnien und Herzegowina (210), Tunesien (105), Serbien (96), Russische Föderation (51), Syrien (51) und der Ukraine (51) wurden die häufigsten Anträge gestellt.

Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer der im Berichtsjahr erstmalig beschiedenen Verfahren betrug 15 Tage (im Vorjahr 26 Tage).

Kontakt: (Postanschrift) Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Postfach 201156, 06012 Halle (Saale); für Besucher: Merseburger Straße 2, 06110 Halle (Saale); Telefon: +49 345 23180, E-Mail: info@stala.mi.sachsen-anhalt.de

1. September 2023

Vietnamesisches Lampionfest: Wernigerode und Hoi An feierten zehn Jahre Städtepartnerschaft

Wernigerodes Altstadt war drei Tage lang mit unzähligen bunten Lampions geschmückt, die abends die Straßen erleuchteten. Den Anlass für das dritte Lampionfest vom 25. bis 27. August bildete das zehnjährige Bestehen der Partnerschaft Wernigerodes mit der vietnamesischen Hafenstadt Hoi An.

Unter den tausenden Gäste befanden sich viele vietnamesische Gruppen, die aus anderen Bundesländern angereist waren und oft in traditioneller vietnamesischer Kleidung die Wernigeröder Innenstadt belebten. Auf dem historischen Marktplatz warteten Handwerker und Händler aus Hoi An mit authentischem Kunstgewerbe auf.

Dazu gehörten zum Beispiel auch kunterbunt bemalte, kostbare Schnitzarbeiten aus Treibholz aus dem „Driftwood Village“ in Hoi An. Darüber hinaus konnten Besucher traditionelle Speisen aus Südostasien genießen sowie ein umfangreiches Bühnenprogramm erleben.

Neben Künstlern, Tänzern und einem Tai-Chi Meister waren auch regionale Musikdarbietungen zu erleben (Programm-Faltblatt zum Nachlesen). Zu den weiteren Höhepunkten des Lampionfestes gehörten Workshops sowie eine Fotoausstellung oder Touren mit einer Fahrrad-Rikscha, die typisch für das Straßenbild in Hoi An und anderen Städten Vietnams ist.

Ferner informierten die Veranstalter über Hoi Ans touristische Attraktionen und über Projekte der Städtepartnerschaft. Bei einem Umzug am Sonntagnachmittag schritten Vietnamesinnen in traditionellen Festgewändern (Ao Dai) die Breite Straße entlang zum Marktplatz. Dabei schwenkten einige Teilnehmer vietnamesische Nationalfahnen.

Auch abseits der Altstadt wurde die zehnjährige Städtepartnerschaft gewürdigt. So fand bereits am Donnerstag die feierliche Eröffnung eines „Hoi An Gardens“ im Bürgerpark und am Freitag einer „Hoi An Brücke“ an der Hochschule Harz statt. Sachsen-Anhalts stellvertretender Ministerpräsident Prof. Dr. Armin Willingmann würdigte am Abend die Städtepartnerschaft (Pressemitteilung).

Das Lampionfest wurde durch die Wernigerode Tourismus GmbH ausgerichtet und von verschiedenen Sponsoren sowie dem Verein Wernigeröder Interkulturelles Netzwerk e.V. unterstützt.

Die Städtepartnerschaft besteht seit August 2013. Hoi An hat rund 75.000 Einwohner; die historische Altstadt ist seit 1999 UNESCO Weltkulturerbe

ausführliche Informationen über Hoi An bei Wikipedia     
– Image-Faltblatt Wernigerode in vietnamesischer Sprache

Kontakt: Wernigerode Tourismus GmbH, Marktplatz 10, 38855 Wernigerode, Telefon: +49 3943 5537835, E-Mail: info@wernigerode-tourismus.de
Stadt Wernigerode, Büro des Oberbürgermeisters, Ariane Hofmann, Marktplatz 1, 38855 Wernigerode, Telefon:+49 3943 654103, E-Mail: pressestelle@wernigerode.de

29. August 2023

Arzt oder Ärztin und weiteres Personal für Zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber gesucht

Für die Zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber des Landes Sachsen-Anhalt (ZASt) sind Stellenangebote für verschiedene Arbeitsbereiche veröffentlicht worden. Insbesondere wurde auf die Ausschreibung für einen Arzt bzw. einer Ärztin hingewiesen.

Der Mediziner bzw. die Medizinerin soll das Team im Sachgebiet „allgemeinmedizinische und psycho-soziale Betreuung“ in der ZASt am Standort Halberstadt verstärken. Die Stelle ist unbefristet zu besetzen – zur Ausschreibung. Bewerbungen werden ab sofort entgegengenommen.

Die ZASt, die als Erstaufnahmeeinrichtung der Unterbringung von neu ankommenden Asylbewerbern, die ihren Asylantrag in Sachsen-Anhalt stelle, dient, ist rund um die Uhr bewohnt. 

Die ZASt sucht weiteres Personal in der Hauptstelle in Halberstadt (zum Beispiel Beschäftigte im Bereich der Aufnahme, der Hauptsachbearbeitung und Krankenpflege) und außerdem bis zu elf Beschäftigte für den Standort Stendal (Landesaufnahmeeinrichtung). All diese Stellenausschreibungen sind zu finden auf der entsprechenden Seite des Landesverwaltungsamtes.

Kontakt: siehe Ausschreibungen

29. August 2023

Neue Internetseite mit Informationen über die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer freigeschaltet

Ratsuchende und die breite Fachöffentlichkeit können ab sofort auf einer neuen Internetseite Informationen über das seit 2005 bestehende und vom Bund geförderte Beratungsangebot „Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer“ (MBE) abrufen. Die MBE bietet erwachsenen Zugewanderten ab 27 Jahren sowie ihren Kindern kostenfrei, unabhängig und vertraulich Unterstützung an.

Bei der neuen Internetseite handele es sich um eine bundesweit einheitliche Informationsplattform, erläuterte der Paritätische Gesamtverband in einer Pressemitteilung. Interessierte erhalten dort Informationen über die wichtige Arbeit der MBE sowie über die verschiedenen Beratungsstandorte im Bundesgebiet.

Durch die Verknüpfung mit dem BAMF-NavI sowie mit mbeon und den Online-Beratungsangeboten der Caritas, der Diakonie und der AWO wird dem Paritätischen Wohlfahrtsverband zufolge über die neue Website ein schneller und einfacher Weg in die Beratung eröffnet.

Die neue Seite umfasst verschiedene Rubriken mit Erklärungen zu den Themen Wohnen, Finanzen/Geld, Sprachkurse, Schule/Beruf, Gesundheit, Familie, und Aufenthaltsrecht. Darüber hinaus wird auf die Möglichkeit von Online-Beratungen sowie auf eine deutschlandweite Online-Suchfunktion des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) für Beratungsstellen verwiesen.

Eine Tabelle mit den MBE-Standorten in Sachsen-Anhalt finden sie hier auf dem Integrationsportal.

Kontakt: Der Paritätische Gesamtverband, Oranienburger Straße 13-14, 10178 Berlin, Telefon: +49 30 24636-0, E-Mail: info@paritaet.org
Referentin Migrationsarbeit: Janina Shirin Granfar, Telefon: +49 30 24636-472, E-Mail: mgs@paritaet.org

18. August 2023

13. Integrationspreis verliehen – Land würdigt Engagement für Vielfalt und Zusammenhalt

Die Ehrungen überreichten Sozialministerin Petra Grimm-Benne, Staatssekretärin Susi Möbbeck und die Landesgleichstellungsbeauftragte Sarah Schulze am 21. Juni in Magdeburg. Die Festveranstaltung mit mehr als 150 geladenen Gästen war die bereits 13. Preisvergabe.

In ihrer Begrüßungsrede hob Staatssekretärin Susi Möbbeck, die auch Integrationsbeauftragte der Landesregierung ist, das ausdauernde Engagement für Zusammenhalt und Vielfalt hervor. „In Sachsen-Anhalt engagieren sich viele tausend Menschen für eine Gesellschaft, in der Zugewanderte willkommen sind und ihre Zukunft aufbauen können. Viele der Geehrten sind erst vor einigen Jahren nach Sachsen-Anhalt gekommen und engagieren sich jetzt für ein gutes Zusammenleben. Dieser ehrenamtliche Einsatz verdient eine Würdigung!“, sagte Möbbeck.

Etwa 90 Vereine, Unternehmen, Initiativen, Institutionen und Personen waren für die Preise vorgeschlagen worden. Eine vom Landesintegrationsbeirat berufene Fachjury hat die Preisträgerinnen und Preisträger ausgewählt.

Bei der kulturell umrahmten Veranstaltung im Festsaal der „Viehbörse“ wurden insgesamt neun Projekte, Vereine und Initiativen in drei Kategorien ausgezeichnet. Die Bereiche lauteten „Dauerhaftes und nachhaltiges Engagement für Vielfalt“, „Teilhabe von Frauen mit Migrationsgeschichte“ und „Bildungswege eröffnen: Integration von Kindern und Jugendlichen“.

Außerdem würdigte die Preisjury 22 Ehrenamtliche für ihren besonderen individuellen Einsatz in der Migrationsarbeit stellvertretend für die vielen Engagierten im Land. Sie kommen aus Aschersleben, Dessau-Roßlau, Friedensau, Halle, Jerichow (Ortsteil Klade), Kemberg (Ortsteil Kerkau), Köthen, Magdeburg, Quedlinburg, Salzwedel, Staßfurt, Wittenberg und Wolmirstedt.

–    Eine Pressemitteilung mit der Liste aller Preisträger 2023 und den ausgezeichneten Ehrenamtlichen finden sie hier.

–    Weitere aktuelle Bilder sehen Sie auf dieser Unterseite des Integrationsportals; dort ist auch eine Chronologie der Preisträger von 2010 bis 2023 abrufbar.

Kontakt: Pressestelle des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Turmschanzenstraße 25, 39114 Magdeburg, Telefon: +49 391 567-4608, E-Mail: MS-Presse@ms.sachsen-anhalt.de

21. Juni 2023

„Was lange währt, wird endlich gut“ – Magdeburgs Beirat für Integration und Migration feierte 25-jähriges Bestehen

Magdeburgs Beirat für Integration und Migration hat am 6. Juli 2022 mit einer Festveranstaltung sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Das Programm im Rathaus der Landeshauptstadt stand unter dem Motto „25 Jahre Beirat für Integration und Migration – Rückblick und Ausblick“.

Zu den rund 100 Gästen gehörte unter anderen auch Sachsen-Anhalts Staatssekretärin und Integrationsbeauftragte des Landes, Susi Möbbeck. Einer der Höhepunkte der Veranstaltung war die Verleihung des Sonderpreises des Beirates für Integration und Migration für langjähriges ehrenamtliches Engagement für Integration in Magdeburg.

Die vom Magdeburger Rotary Clubs gestiftete Auszeichnung erhielt Gabriele Tuljus. Sie wurde für ihr herausragendes Engagement für das Gemeinwohl durch den Einsatz für gelingende Integration gewürdigt und gilt als einer der ersten Menschen in Magdeburg, die sich für die Belange der Menschen ausländischer Herkunft eingesetzt haben.

Durch ihren unermüdlichen Einsatz konnte sie zum schnellen Einleben in Magdeburg und zur besseren Verständigung zwischen den Kulturen beitragen. Gabriele Tuljus engagierte sich bereits 1991 im Verein „Kontakt International Magdeburg“ und später auch im Verein „Meridian“.

Musikalisch wurde die Feier von der Jazz-Gruppe Jam-Fest und einem ukrainischen Frauen- und Kinderchor umrahmt. Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war ein Zeitzeugengespräch mit ehemaligen Beiräten und Beauftragten für die Belange der Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Magdeburg. Sie ließen die Anfänge der Selbstvertretung von Ausländerinnen und Ausländern in Magdeburg und die Weiterentwicklung zum gemeinsamen Beirat von Deutschen und Nicht-Deutschen für die Belange der Integration in Magdeburg Revue passieren. Dabei wurden Perspektive für die Zukunft gemeinsam betrachtet (siehe auch Pressemitteilung).

Grußworte hielten unter anderen Stadtratsvorsitzender Prof. Dr. Alexander Pott und Oberbürgermeisterin Simone Borris. Sie betonte, dass der Anteil der Ausländerinnen und Ausländer an der Gesamtbevölkerung in Magdeburg seit der Gründung des Beirates von 4 auf nunmehr 14 Prozent angestiegen sei. Dies mache die hohe Bedeutung der Integration deutlich. Zudem wies Simone Borris auf den hohen Stellenwert des Beirates als „Schnittstelle“ zur Politik hin. „Wenn wir an einem Strang ziehen, können wir die großen Herausforderungen schaffen“, betonte sie. 

Der Beiratsvorsitzende und Integrationsbeauftragte der Stadt, Krzysztof Blau, lud alle Migrantinnen und Migranten der Stadt dazu ein, sich selbst aktiv bei der Gestaltung der Gesellschaft einzubringen. Dazu biete der Integrationsbeirat eine gute Grundlage. Ohne eine wirkliche Teilhabe, die auch teilen bedeute, sei Integration nicht möglich.

Hintergrund:
Der Beirat für Integration und Migration ist ein Gremium der Landeshauptstadt Magdeburg. Er setzt sich zusammen aus acht Migrant*innen und sieben Stadträt*innen, die vom Stadtrat in den Beirat bestellt worden sind. Er nimmt im Rahmen seiner Satzung unabhängig, parteipolitisch neutral und konfessionell ungebunden die Interessen aller in der Landeshauptstadt Magdeburg lebenden Migrant*innen wahr und wirkt auf die chancengleiche Partizipation aller Bevölkerungsgruppen am Gemeinwesen hin.

Weitere Informationen u.a. zu Sitzungsterminen und den Sprechzeiten des Beirates gibt es hier.

Kontakt: Beirat für Integration und Migration, Der Vorstand, Alter Markt 6, 39090 Magdeburg, Telefon: +49 391 540-2384, E-Mail: integrationsbeirat@stadt.magdeburg.de

7. Juli 2022