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Ausgeschlossen oder privilegiert? Neue Studie zur rechtlichen Situation von Unionsbürgern

Der hohe Beratungsbedarf für EU-Angehörige und ihre Familien wirft auch bei den Fachkräften der Migrationssozialarbeit viele Fragen auf.

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BAMF startet neues Bundesprogramm "Gesellschaftlicher Zusammenhalt - Vor Ort. Vernetzt. Verbunden."

Das Bundesprogramm zur Förderung gemeinwesensorientierter Integrationsprojekte wird unter neuem Namen und mit Erweiterungen fortgesetzt.

Weiterbildung: Flüchtlingsrat klärt über Rechtsgrundlagen der Identitätsklärung und Passbeschaffung auf (19. November, online)

Der Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt e.V. hat zu einer Online-Weiterbildung mit dem Thema „Identitätsklärung und Passbeschaffung. Rechtsgrundlagen und Wege“ am 19. November eingeladen.

Referent ist Kristian Garthus-Niegel vom Sächsischen Flüchtlingsrat e.V. Im Mittelpunkt stehen stehen die Rechtsgrundlagen der Mitwirkung bei Identitätsklärung und Passbeschaffung sowie die Einzelheiten der Passbeschaffung und Identitätsdokumentation bei den Herkunftsländern Afghanistan, Eritrea, Iran und Somalia. Ermöglicht wird darüber hinaus ein ausgiebiger Erfahrungsaustausch.

Die Regelungen zur Mitwirkung bei Identitätsklärung und Passbeschaffung seien in den vergangenen Jahren deutlich verschärft worden, heißt es in der Einladung. Zudem würden sich die Wege zur Passbeschaffung sowie der Fundus an tragfähigen Identitätsdokumenten von Herkunftsland zu Herkunftsland erheblich unterscheiden. 

Das für Teilnehmer kostenfreie Seminar richtet sich an hauptamtliche Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der Beratung und Begleitung und ehrenamtlich Engagierte in der Unterstützung von geflüchteten Menschen in Sachsen-Anhalt.

Es wird um verbindliche Anmeldung per E-Mail an stefanie.muerbe@fluechtlingsrat-lsa.de gebeten. Die Zugangsdaten erhalten die Teilnehmer nach Anmeldung einen Tag vor der Weiterbildung. - Die Veranstaltung findet im Rahmen des Projektes „Fachstelle Flucht und Asyl“ des Flüchtlingsrates Sachsen-Anhalt e.V. statt.

Termin: Freitag, 19. November 2021, 10 bis 13 Uhr

Ort: online (via ZOOM)

Kontakt für Rückfragen: Stefanie Mürbe, Telefon: +49 391 50549613

21. Oktober 2021

Erweiterte Neuauflage: Buch „Fernreise daheim“ über Erfahrungen mit kulturellen „Ungereimtheiten“

Wer mit Geflüchteten zu tun hat - sei es beruflich oder ehrenamtlich - wird sicherlich eine Erfahrung teilen: das gelegentliche Stolpern über kulturelle Unterschiedlichkeiten.

Darüber hat die Autorin Brigitte Heidebrecht, selbst seit 2015 ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe aktiv, das Buch „Fernreise daheim. Von Flüchtlingen, Kulturen, Identitäten und anderen Ungereimtheiten“ geschrieben, wie der Verlag Große Sprünge aus Ludwigsburg (Baden-Württemberg) erläuterte.

Auf 234 Seiten vermittele Heidebrecht in kurzen prägnanten Geschichten detaillierte und verblüffende Einblicke „in das, was Flüchtlingshelfer*innen, Sozialarbeiter*innen, Deutschunterrichtende, Arbeitgeber und andere beim Umgang mit Geflüchteten bisweilen ratlos macht“. 

Mit Empathie und Humor beleuchte die Autorin das langsame Ankommen von Geflüchteten in der Gesellschaft - und ihren eigenen Lernprozess in Bezug auf interkulturelles Verstehen. Entstanden seien Texte, die unter die Haut gehen, Selbstverständliches in Frage stellen, Existenzielles ins Licht rücken als globale Herausforderung, gespiegelt im Alltäglichen. Konkret und lebendig vermittele das Buch interkulturelle Aha-Erlebnisse als ein vielschichtiger Beitrag zu der Frage: Wie schaffen wir das? - Leseprobe

Brigitte Heidebrecht hatte seit 1980 in dem von ihr gegründeten Verlag Kleine Schritte Lyrik und Prosa publiziert und Anthologien herausgegeben. Zwischen ihren Büchern „Lebenszeichen“ (1980) und „Paarweise“ (1995) lagen dem Verlag zufolge 15 Jahre schriftstellerischer und verlegerischer Aktivität. Nach ihrer eigenen Darstellung ist sie seit 1996 als Freiberufliche Trainerin, Supervisorin, Mediatorin, Tanzpädagogin und Coach tätig. Seit 2015, dem Jahr der sogenannten Flüchtlingskrise, schreibt sie wieder. 

Kontakt: Verlag Große Sprünge, Thuner Straße 28, 71636 Ludwigsburg, Telefon: +49 7141 925794, E-Mail: info@verlag-grosse-spruenge.de

Bibliographische Angaben: Brigitte Heidebrecht, „Fernreise daheim. Von Flüchtlingen, Kulturen, Identitäten und anderen Ungereimtheiten“, Verlag Große Sprünge, 5. überarbeitete und erweiterte Auflage 2021, 234 Seiten, Paperback, 15,00 Euro, ISBN 978-3-9821383-2-9 

20. Oktober 2021

Online-Umfrage für das Projekt „MISA – Migration und Inklusion in Sachsen-Anhalt“ gestartet

Ziel von MISA ist es, die Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Migrationshintergrund, die eine Behinderung, Beeinträchtigung oder psychischen Probleme haben, zu stärken. Die Umfrage dient nunmehr als Grundlage von Bedarfserhebungen für weitere Handlungsschritte des Projektes, erklärte das Landesnetzwerks Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) als Träger in einer Pressemitteilung.

Die Aktion besteht aus 32 Fragen, deren Beantwortung eine Zeit von etwa 15 Minuten in Anspruch nimmt, und ist anonym. Unter dem Link https://misa.limesurvey.net/841249?lang=de können Menschen mit Migrationshintergrund teilnehmen.

Noch im laufenden Jahr soll im Rahmen von fünf mehrsprachigen Veranstaltungen der Fragebogen noch einmal erläutert werden. „Die Teilnehmenden können dann parallel und anonym am Smartphone die Befragung ausfüllen“, sagte Projektleiterin Friederike Lettow. Vorgesehen ist, die Ergebnisse der Bedarfserhebungen aus Fragebogen, Veranstaltungen und tiefergehenden Interviews Anfang 2022 zu präsentieren.

Behinderungen und psychische Erkrankungen seien in vielen Teilen der Welt stigmatisiert, hieß es weiter. Dies habe zur Folge, dass hierüber häufig geschwiegen werde. „Mit dem Projekt möchten wir die jeweiligen Stigmatisierungen und Vorurteile in den Communities untersuchen. Ein Onlinefragebogen wurde entwickelt, um eine anonyme Abfrage zu ermöglichen“, fügte Lettow hinzu.

In einem zweiten Schritt sollen Migrantinnen und Migranten gezielt informiert, sensibilisiert und beraten werden. Als Ziel von ab Februar 2022 geplanten Beratungen wurde genannt, eine vermittelnde Position zwischen den Betroffenen und bestehenden Angeboten der Wohlfahrtspflege einzunehmen. - Das Projekt „MISA – Migration und Inklusion in Sachsen-Anhalt“ hat LAMSA zufolge eine Laufzeit von zwei Jahren und wird von der Deutschen Fernsehlotterie gefördert.

Kontakt: Mamad Mohamad, Geschäftsführer des LAMSA e.V., Telefon: +49 345 17194051, E-Mail: mamad.mohamad@lamsa.de

12. Oktober 2021

Perspektivwechsel in Dessau-Roßlau: Auszubildende der Verwaltung schlüpften in die Rolle von Bürgerinnen und Bürgern

Das Projekt IKOE – Fachstelle Interkulturelle Orientierung und Öffnung Sachsen-Anhalt der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. (AGSA) hat ein weiteres Mal die Ausgestaltung und Stimulation interkultureller Öffnungsprozesse in einem Kooperationsprojekt in Dessau-Roßlau umgesetzt.

Dabei ging es etwa um Fragen, wie barrierefrei das Rathaus von Dessau-Roßlau ist, ob alle Ämter für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen leicht zugänglich sind oder wie der Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern vielfaltssensibel und konstruktiv gestaltet werden kann (ausführlicher Beitrag).

Für die Auszubildenden der Stadtverwaltung und des Umweltbundesamtes ging es an zwei Workshop-Tagen auf Antwortsuche. Organisiert durch das Integrationsbüro und die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt und umgesetzt durch die AGSA befassten sich die zukünftigen 16 Verwaltungsfachangestellten aktiv mit den Themen Interkulturalität und Diversität, der eigenen Verwaltungskultur sowie bestehenden Barrieren.

„Das Besondere an der Fortbildung ist, dass die Teilnehmenden in die Rolle der Bürger*innen schlüpfen und durch einen Parcours der Vielfalt im Haus geleitet werden. Ziel der Weiterbildungstage war es, die Auszubildenden nicht nur theoretisch, sondern auch praxis- und realitätsnah zu schulen“, erklärten Katja Paulke und Tessa Buchwitz von der AGSA das Konzept der Weiterbildung. Im November geht es in die nächste Runde. 

Das Pilotvorhaben wurde vom IKOE-Projekt im Rahmen der gemeinsamen Kooperationsvereinbarung „Dessau-Roßlau lebt Weltoffenheit und Vielfalt“ zwischen der Hochschule Anhalt, dem Umweltbundesamt und der Stadt Dessau-Roßlau durchgeführt. 

Kontakt: Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V. / IKOE – Fachstelle Interkulturelle Orientierung und Öffnung Sachsen-Anhalt, einewelt haus, Schellingstraße 3-4, 39104 Magdeburg, Telefon: +49 391 5371-240

12. Oktober 2021

Reger Zuspruch der Mitgliedsorganisationen bei Hauptversammlung der AGSA e.V. - Jahresbericht spiegelt eindrucksvolle Tätigkeitsbilanz

Zur AGSA-Mitgliederversammlung fanden sich Vertreter von gut 30 Mitgliedsorganisationen zusammen, um neben der satzungsmäßigen Tagesordnung auch geselligen Erfahrungsaustausch zu pflegen und neue Projekte kennenzulernen. Die bilanzierten Arbeitsschwerpunkte, erreichten Ziele und Haushaltsplanungen kamen im Jahresbericht für 2020 bei den Vertretern überzeugend an.

Schwerpunkte der vom Vorsitzenden Gerhard Miesterfeldt eröffneten und geleiteten Versammlung bildeten der Rechenschaftsbericht des Vorstandes und der Geschäftsführung, die Genehmigung des Haushaltsplanes sowie die Diskussion zu den Auswirkungen des Koalitionsvertrages (Pascal Begrich) auf die Arbeit der AGSA und ihrer Mitgliedsorganisationen.

Neben dem Geschäftsbericht samt frisch gedrucktem AGSA-Jahresbericht (PDF) erhielten alle Teilnehmenden zugleich aktuellen Einblick in laufende und neue Projekte. So stellte Projektleiter Dr. Ernst Stöckmann den Teilnehmenden das 2020 gestartete AGSA-Projekt "EUmigra - Fach- und Servicestelle EU-Migration Sachsen-Anhalt" vor, mit dem der Träger die lange Tradition seines bildungspolitischen Engagements im Bereich der Europapolitik und EU-Zuwanderung wirksam ergänzt.

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung hatten die Mitglieder bei geselligem Ausklang und unter Beachtung der Coronaregeln im Hof des einewelt hauses die Möglichkeit zu ausgiebigem persönlichen Erfahrungsaustausch.  

Die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. ist ein Dachverband für Organisationen, die sich für ein demokratisches Miteinander sowie gleichberechtigte soziale Teilhabe unabhängig von Herkunft, Religion, Sprache u.a. Merkmalen einsetzen. Seinen Mitgliedern bietet die AGSA logistische Unterstützung in Form von Räumen & Technik, Beratung in Fragen der Öffentlichkeitsarbeit, des Vereinsmanagements, der Fördermittelakquise u.v.m.

Seit 1996 ist die AGSA e.V. Trägerin des einewelt haus, das sich zu einem Ort des interkulturellen Begegnens, Engagements und Netzwerkens in Magdeburg mit landesweiter Ausstrahlung entwickelt hat. Die AGSA verbindet Kompetenz, Erfahrung und Methodenvielfalt an der Schnittstelle zwischen Haupt- und Ehrenamt, Zivilgesellschaft und Verwaltung, in der Jugend- und Erwachsenenbildung.  

6. Oktober 2021

MDR-Beitrag: Mehr Unternehmensgründungen durch Migrantinnen und Migranten

Migrantinnen und Migranten in Deutschland wagen dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) zufolge häufiger den Schritt in die Selbständigkeit als der Durchschnitt der Bevölkerung.

Laut dem MDR-Bericht machen sich Migranten vergleichsweise häufig selbständig, wie Zahlen der staatlichen Förderbank KfW zeigen würden. Nach deren Definition verfügten 20 Prozent aller Menschen in Deutschland über einen sogenannten Migrationshintergrund, jedoch gingen auf diese Gruppe 26 Prozent aller Firmengründungen zurück. Außerdem zählte das Statistische Bundesamt aktuell 50 Prozent mehr Selbständige mit Migrationshintergrund als im Jahr 2005.

Der MDR zitiert ferner eine Sprecherin der Bertelsmann-Stiftung, die erklärte, dass viele Deutsche glauben würden, Migranten gründeten aus der Not heraus „Dönerbuden, Restaurants, Gemüseläden“. Doch das sei nur ein Teil der Wahrheit - 74 Prozent aller Gründungen würden in anderen Bereichen wie der IT oder Medizin erfolgen.

Zu Wort kommt in dem Beitrag auch der Vizepräsident des Bundesverbandes Deutsche Startups, David Hanf. Seiner Ansicht nach hätten Migranten einfach weniger Angst vor einem Scheitern. „Ganz typisch für Start-ups, die von Migranten gegründet worden sind, ist, dass sie von Anfang an international denken“, sagte er unter anderem. In dem MDR-Bericht werden außerdem Migranten vorgestellt, die erfolgreich eigene Unternehmen ins Leben gerufen haben. 

6. Oktober 2021

Afghanistan: Organisationen aus Sachsen-Anhalt fordern schnelles Handeln - Petition gestartet

Die Situation in Afghanistan habe sich erneut und auf unabsehbare Zeit dramatisch verschlechtert, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung.

Aber auch für in Deutschland lebende Afghaninnen und Afghanen sei die Situation hochgradig belastend und herausfordernd, betonen die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V., der Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt e.V., der Integrationsbeauftragte der Landeshauptstadt Magdeburg, Krzysztof Blau, das Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt e.V. und das Multikulturelle Zentrum Dessau e.V. in ihrer Presseerklärung. Darüber hinaus wird dazu aufgerufen, sich der aktuellen Petition mit dem Titel "Sachsen-Anhalt muss ein Landesaufnahmeprogramm etablieren!" unter dem digitalen Schlagwort #AfghanistanNotSafe anzuschließen.

Die Bundesrepublik stehe nach dem abrupten und chaotischen Ende des NATO-Einsatzes in der Verantwortung. Geboten sei nun schnelles und konsequentes Handeln auf Bundes- und Landesebene; die verfassungsmäßigen und gesetzlichen Regelungen in Asyl- und Aufenthaltsgesetz müssten konsequent angewendet werden.

Gefordert wird eine konsequente Anwendung von asyl- und aufenthaltsgesetzlichen Normen und Regelungen und eine zügige Bearbeitung von Folgeverfahren und anhängigen Verfahren. Afghanischen Asylsuchenden müsse mindestens subsidiärer Schutz nach Paragraf 54 des deutschen Asylgesetzes zuerkannt werden.

Unabhängig davon sollten die lokalen Ausländerbehörden von sich aus aktiv werden und den bislang Geduldeten und formal Ausreisepflichtigen bereits jetzt gemäß den Vorgaben des Aufenthaltsgesetztes ein Bleiberecht erteilen.

Ferner müssten spezielle Bundes- sowie Landesaufnahmeprogramme zügig geplant und umgesetzt werden. Darüber hinaus verlangen die Unterzeichner der Erklärung Erleichterungen beim Familiennachzug und eine Stärkung des konsularischen Personals in Kabul sowie in den Nachbarländern und der Türkei.

12. September 2021