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ZEMIGRA Online-Seminar „Unterstützung von EU-Bürger*innen in prekärer Beschäftigung“ (10.12.2020, 10-12 Uhr)

Das Online-Seminar von ZEMIGRA widmet sich mit erfahrenen Expertinnen der Frage, wodurch prekäre Beschäftigungen gekennzeichnet sein könnten und...

AGSA

Neue Filmreihe „Mein Freiwilligendienst in Europa“ – Start der ersten Staffel

Neues Material bei Streamingdiensten ist gerade in Coronazeiten gern gesehen. Auch die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. (AGSA) legt mit dem...

Termin aktuell: Fachforum zur Versorgung von psychisch erkrankten Flüchtlingen (26. November, digital)

23. November 2020

Das Psychosoziale Zentrum für Migrantinnen und Migranten in Sachsen-Anhalt (PSZ) hat zu einem Fachforum zur Versorgung psychisch erkrankter Geflüchteter am 26. November eingeladen. Wegen der aktuellen Corona-Lage wird die Veranstaltung online stattfinden. Interessenten bittet das PSZ, sich über die E-Mail-Adresse forschung@psz-sachsen-anhalt.de anzumelden. Im Anschluss erhalten die Teilnehmer ebenfalls per E-Mail die Zugangsdaten für die Web-Konferenz.

Bei dem Forum soll zunächst das aktuelle Projekt des PSZ vorgestellt und die Ergebnisse aus einer Befragung über die psychotherapeutische Versorgung von Geflüchteten in Magdeburg vorgestellt werden. Ferner ist ein Vortrag über Herausforderungen und Meilensteine der transkulturellen Arbeit, ihrer Erfahrungen dolmetschergestützter Therapie und die Chancen daraus für die Versorgung in Magdeburg geplant. In einem zweiten Referat stellt die Psychologin Amira Sultan das Pilotprojekt refuKey zwischen PSZ und psychiatrischen Kliniken und dessen Übertragbarkeit vor.

Grundsätzlich sind auch alle Fragen von Teilnehmern sowie deren Anregungen, Bedenken und Wünsche rund um die Versorgung psychisch erkrankter Geflüchteter willkommen, wie es in der Einladung (mit genauem Ablaufplan) heißt.

Termin: Donnerstag, 26. November 2020, 14 bis 17.30 Uhr - online

Kontakt: Psychosoziales Zentrum für Migrantinnen und Migranten in Sachsen-Anhalt/Standort Magdeburg, St. Johannis GmbH, Agnetenstraße 14, 39106 Magdeburg, Telefon: +49 391 79293380

Aktuelle Neuerscheinung: Maria Alexopoulou erzählt „Geschichte einer Einwanderungsgesellschaft wider Willen“

23. November 2020

Im Reclam-Verlag ist Mitte November das Buch „Deutschland und die Migration“ von Maria Alexopoulou erschienen. Dabei setzt die Historikerin den Schwerpunkt in der „Geschichte einer Einwanderungsgesellschaft wider Willen“, wie im Untertitel angekündigt wird.

Deutschland habe sich lange dagegen gesträubt, ein Einwanderungsland zu sein, zum Teil tue es das bis heute, heißt es im Klappentext. Dabei seien nichtdeutsche und nicht als deutsch wahrgenommene Migrantinnen und Migranten in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert ständig präsent gewesen – von den „Wanderarbeitern“ aus Polen und Italien im Kaiserreich über die „Gastarbeiter“ in der alten Bundesrepublik bis zu den Schutzsuchenden aus aller Welt heute.

Deutschland habe sich über Jahrzehnte zu einer vielfältigen Einwanderungsgesellschaft gewandelt und müsse sich mit dieser Realität auseinandersetzen. Maria Alexopoulou erzähle „diese vernachlässigte und von strukturellem Rassismus durchzogene Facette“ der deutschen Geschichte, indem sie die Perspektive derjenigen einnimmt, die längst dazugehörten und dennoch immer wieder Ausgrenzung erfahren würden.

Bibliographische Angaben: Alexopoulou, Maria, „Deutschland und die Migration - Geschichte einer Einwanderungsgesellschaft wider Willen“, Reclam, 281 Seiten, ISBN: 978-3-15-011311-0

Aktuelle Analyse: Jede vierte Existenzgründung erfolgte durch Migranten

19. November 2020

Existenzgründungen durch Migrantinnen und Migranten spielen wieder eine wichtigere Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland: So hat sich 2019 ihr Anteil an allen Existenzgründungen im Vergleich zum Jahr davor nach Angaben der staatlichen Förderbank KfW um drei Prozentpunkte auf 26 Prozent erhöht.

Schlechtere eigene Arbeitsmarktchancen, eine höhere Risikobereitschaft sowie eine stärkere Wirkung von Rollenvorbildern (etwa aus dem eigenen Bekannten- und Verwandtenkreis) würden zu einer im Vergleich zur Gesamtbevölkerung größeren Gründungsneigung führen. Von den 605.000 Geschäftseröffnungen im Jahr 2019 gehen dementsprechend 160.000 auf Migrantinnen und Migranten zurück, also etwa jede vierte.

Der Anteil von Migrantinnen und Migranten an allen Neugründungen hatte von 2011 bis 2017 noch um die Marke von 21 Prozent gependelt, heißt es in der Untersuchung von „KfW Research“ weiter. Der Bereich bezeichnet sich als volkswirtschaftliche Kompetenzzentrums der KfW („Kreditanstalt für Wiederaufbau“); seine Arbeitsschwerpunkte sind aktuelle Analysen, Indikatoren und Umfragen zu Konjunktur und Wirtschaft in Deutschland und der Welt. - Zur Untersuchung einschließlich Grafiken hier.

Kontakt zum Autor: Dr. Georg Metzger, Telefon +49 69 7431-9717, georg.metzger@kfw.de

Aktuelle Umfrage in Sachsen-Anhalt: Projekt analysiert Sprachmittlung an Schulen und Kindergärten

17. November 2020

Das Projekt „ElKiS! Mehrsprachige Elterngespräche an Kita und Schule“ hat eine Umfrage zur Sprachmittlung an Kindertagesstätten und Grundschulen in Sachsen-Anhalt gestartet. In Zusammenarbeit mit der Martin-Luther-Universität in Halle (Germanistisches Institut) wurde dazu eine Online-Erhebung mit 36 einzelnen Fragepunkten entwickelt. Im Ergebnis soll ein allgemeines Bild von der aktuellen Situation entstehen.

Bei der bis Ende dieses Jahres laufenden Befragung geht es zum Beispiel um die Art der Kommunikation zwischen den Einrichtungen und Eltern, die nur über geringe oder gar keine deutschen Sprachkenntnisse verfügen. Zu den weiteren Aspekten gehören etwa der Anteil von Kindern mit Migrations- und Fluchterfahrungen und die Unterstützung von Dolmetschern. Teilnehmen können an der Umfrage alle Fach- und Leitungskräfte sowie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter im pädagogischen Bereich. – Direkt zur Umfrage.

Kontakt: Eva Stoelzel, Projektkoordinatorin „ElKiS! Mehrsprachige Elterngespräche an Kita und Schule“, elkis@friedenskreis-halle.de, Friedenskreis Halle e.V., Große Klausstraße 11, 06108 Halle/Saale

Studie: Menschen mit Migrationshintergrund sind nur zu 9,2 Prozent in den Führungseliten vertreten

10. November 2020

Laut einer Studie des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) sind in den Elitepositionen in der Bundesrepublik neben Menschen aus Ostdeutschland besonders Nachkommen von Einwanderern deutlich unterrepräsentiert. So liege der Anteil der Menschen mit Migrationsgeschichte an der Bevölkerung zwar bei 26 Prozent. In Führungspositionen würden sie jedoch lediglich zu 9,2 Prozent vertreten sein, heißt es in der Untersuchung „Teilhabe ohne Teilnahme? Wie Ostdeutsche und Menschen mit Migrationshintergrund in der bundesdeutschen Elite vertreten sind“. Bei der Leitungsebene machen Ostdeutsche auch nur 10,1 Prozent des Personals aus.

Der noch höchste Anteil von Führungskräften, bei denen mindestens ein Elternteil bei der Geburt keine deutsche Staatsbürgerschaft hatte, finden sich in den Bereichen Religion (25,9 Prozent), Kultur (19,6 Prozent), Medien (16,4 Prozent) und in der Wirtschaft (13,8 Prozent). Dagegen sind besonders wenige Menschen mit Migrationsgeschichte in Spitzenjobs in der Justiz (1,3 Prozent) und in den Gewerkschaften (3,0 Prozent) vertreten.

Die Studie wurde vor wenigen Tagen in Leipzig vorgestellt. Für die Analyse identifizierten Forscher 2019 unter anderem rund 3.000 Elitepositionen und deren Inhaber, außerdem erhoben sie Daten aus einer Bevölkerungsumfrage mit 1.766 Teilnehmern.

Das 2017 gegründete DeZIM-Institut ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung. Sie hat ihren Sitz in Berlin-Mitte und wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Kontakt: Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) e.V., Mauerstrasse 76, 10117 Berlin, Telefon: +49 30 80492893, E-Mail: info@dezim-institut.de

Anmeldungen ab sofort möglich: Dreitägiger Workshop zum Umgang mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (7. bis 9. Dezember, Haldensleben)

10. November 2020

Das in Potsdam ansässige Netzwerk Social Science Works gUG bietet in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Haldensleben eine Fortbildung zum Umgang mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit an. Der Workshop vom 7. bis 9. Dezember richtet sich vor allem an Pädagogen und Beschäftigte aus Behörden, Schulen und Organisationen. Die Teilnehme ist kostenfrei, Anmeldungen sind ab sofort möglich (E-Mail: info@socialscienceworks.org, Telefon: +49 176 84497805). - Weitere Angaben über den Workshop siehe das Informationsblatt.

In dem Workshop wird über Rassismus und Diskriminierung sowie anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit informiert. Es sollen Gesprächsstrategien und Argumente vermittelt werden, um darauf im Berufsalltag, aber auch privat, entsprechend reagieren zu können.

Besonders im schulischen Bereich sind antisemitische und rassistische Anfeindungen problematisch, da die Schule gesamtgesellschaftliche Phänomene abbildet und bildet, heißt es in der Ankündigung. Aber auch in Unternehmen und öffentlichen Stellen wie etwa Jobcentern oder Stadtverwaltungen sowie im Ehrenamt seien Menschen mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit konfrontiert.

Nach dem Abschluss des Seminarprogramms kann als Option für einen vierten Veranstaltungstag an einer Exkursion zur Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe bei Gardelegen teilgenommen werden. Die Anlage erinnert am historischen Tatort an die Ermordung von 1.016 KZ-Häftlingen im April 1945.

Termin: 7. bis 9. Dezember 2020, jeweils 10.00 bis 16.00 Uhr

Ort: KulturFabrik, Gerikestraße 3A, 39340 Haldensleben

Kontakt: Social Science Works gemeinnützige UG, Dortustrasse 46, 14467 Potsdam

Neues Bildungsformat „Mittagsreihe“ rund um den Bundesfreiwilligendienst für Menschen mit Fluchterfahrung (seit 1. Oktober, online)

30. Oktober 2020

Für Themen rund um den Bundesfreiwilligendienst (BFD) für Menschen mit Fluchterfahrung ist das Austausch- und Weiterbildungsformat „BFD-Mittagsreihe“ entwickelt worden. Die Veranstaltungen sind kostenfrei und finden regelmäßig online „in knackigen 90 Minuten“ statt, wie die Servicestelle Bundesfreiwilligendienst „Integriert in Sachsen-Anhalt“ ankündigte. Organisiert wird die Reihe von deren Mitarbeiterinnen Maja Sahre und Kristin Wicklein.

Zu jedem Thema wird ein Impulsvortrag mit anschließender Gesprächsrunde vorbereitet. Teilnehmer benötigen einen PC oder einen Laptop mit Kamera und Mikrofon sowie eine stabile Internetverbindung. Das Angebot (via ZOOM) richtet sich vor allem an Vertreterinnen und Vertreter von BFD-Einsatzstellen sowie von Vereinen und öffentlichen Einrichtungen.

Den Auftakt am 2. Oktober bildete die Informationsveranstaltung „Was ist der Bundesfreiwilligendienst und was kann er?“, das Impulsreferat hielt der Regionalberater und -betreuer Andreas Ilse.

Es wird um Anmeldung per E-Mail oder auf der Homepage/Programmseite gebeten. Die Interessenten erhalten eine Bestätigung per E-Mail, der Link für den Online-Zugang folgt wenige Tage vor der jeweiligen Veranstaltung.

Weitere Termine in diesem Jahr:

jeweils donnerstags von 13.00 bis 14.30 Uhr am 29. Oktober, 5. November, 19. November, 26. November und 10. Dezember.

29.10.: Pädagogische Begleitung für den BFD gestalten
05.11.: Gute Begleitung von BFD’ler*innen in Corona Zeiten

Europäischer Gerichtshof: Hartz IV-Leistungen auch für arbeitsuchende EU-Bürger möglich

19. Oktober 2020

Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) können auch EU-Bürger auf Arbeitsuche in Deutschland Anspruch auf Sozialleistungen haben, wenn ihre Kinder hier die Schule besuchen und deshalb ein Aufenthaltsrecht besteht. Der Betroffene und seine Kinder könnten nicht mit der Begründung, dass der Mann arbeitslos geworden ist, automatisch von nach dem nationalen Recht vorgesehenen Leistungen der sozialen Grundsicherung ausgeschlossen werden, hieß es zu dem Urteil in einer Pressemitteilung des EuGH in Luxemburg. Verhandelt wurde ein Fall aus Krefeld in Nordrhein-Westfalen (Rechtssache C 181/19).

In dem Rechtsstreit ging es den Angaben zufolge um den polnischer Staatsbürger JD, der seit 2013 mit seinen beiden minderjährigen Töchtern in Deutschland wohnt. Diese gehen hier auch zur Schule. In den Jahren 2015 und 2016 übte JD in Deutschland mehrere abhängige Beschäftigungen aus und wurde dann arbeitslos. Von September 2016 bis Juni 2017 bezog die Familie unter anderem Leistungen der sozialen Grundsicherung nach den deutschen Rechtsvorschriften, nämlich Arbeitslosengeld II („Hartz IV“) für JD und Sozialgeld für seine Kinder.

Seit dem 2. Januar 2018 übt JD wieder eine Vollzeitbeschäftigung in Deutschland aus. JD hatte beim zuständigen Jobcenter Krefeld die Weiterbewilligung dieser Leistungen für den Zeitraum Juni bis Dezember 2017 beantragt. Das Jobcenter lehnte dies jedoch mit der Begründung ab, dass JD in dem Zeitraum den Arbeitnehmerstatus nicht behalten habe und sich zum Zweck der Arbeitsuche in Deutschland aufhalte. Nach dem Urteil des EuGH verstößt der Bescheid des Jobcenters jedoch gegen EU-Recht. - Zum Nachlesen das 17 Seiten umfassende Urteil des EuGH.

Kontakt: Gerichtshof der Europäischen Union, L - 2925 Luxemburg (Postanschrift), Telefonzentrale +352 4303 1