Interkulturelle Personal- und Organisationsentwicklung in der Praxis

IKOE

 

Interkultur ist ein Leitbegriff in der gegenwärtigen Ausrichtung der Gesellschaft. Er zeigt einen Richtungsindikator an in einem weitgehend noch auszugestaltenden Prozess. Dieser ist im Kontext einer zunehmenden Dynamik von Einwanderung zentrale Querschnittsaufgabe aller gesellschaftlichen Lebensbereiche.

Im Kern handelt es sich darum, unter dem Leitbegriff Interkultur nachhaltige Strukturen für eine interkulturell offene Personal- und Organisationsentwicklung zu installieren und zu befördern. Die damit einhergehenden Wandlungsprozesse sind als solche auch in Sachsen-Anhalt zunehmend bereichsübergreifend präsent. 

Bis in die Verwaltungsstrukturen hinein ist interkulturelle Struktur- und Orgsanisationsentwicklung mittlerweile ablesbar, etwa am fortgesetzten Umbau von Ausländerbehörden zu Willkommensbehörden, an der stetigen Erweiterung mehrsprachiger Unterstützungsangebote für Menschen mit Migrationsgeschichte, an der Anstellung von EU-Bürger_innen und Menschen aus Drittstaaten als Mitarbeitende in den kommunalen Behörden, an vorhandenen Initiativen zum Akquirieren internationaler Fachkräfte und nicht zuletzt an der Vielzahl von Projekten, die zwischen Bildungssektor, Ausbildung und Arbeitsmarkt die gesellschaftliche Partizipation und Teilhabe aller hier Lebenden nach Kräften befördern.

Die kulturelle Vielfalt und zivilgesellschaftlichen Herausforderungen für die Gesamtgesellschaft laden dazu ein, sich gesamtgesellschaftlich stärker interkulturell auszurichten und zu öffnen. Es setzt voraus, dass sich gesamtgesellschaftliche Verständigungsprozesse über die gewollte Art des künftigen Zusammenlebens an die demokratischen Formen des Austauschs halten. Und es setzt das Engagement von haupt- und ehrenamtlichen Unterstützenden voraus, diesen Prozess nicht als Verwaltungsaufgabe umzusetzen, sondern als Angelegenheit in eigener Sache zu befördern.

Zu diesem dynamischen Gestaltungsprozess für Kommunizieren und Interagieren gehört auch in Sachsen-Anhalt der Ausbau von  Strukturen, die diesen Prozess begleitend unterstützen und Schritt für Schritt professionalisierend verstetigen. 

Ein Element dieses Prozesses ist in Sachsen-Anhalt das über den Asyl- und Migrationsfonds der Europäischen Union (AMIF) geförderte Projekt IKOE - Interkulturelle Orientierung und Öffnung. Koordinierungsstelle Integrationsmanagement in Sachsen-Anhalt, das im Juni 2018 das IKOE-Vorläuferprojekt fortsetzte, um Prozesse Interkultureller Orientierung und Öffnung in Personal- und Organisationsentwicklung von Verwaltungen zu begleiten und zu verstetigen.

Dazu gehören im Schwerpunkt:

  • Die Erarbeitung eines modernen Dienstleistungscharakters für Behörden und Regelinstitutionen
  • der impulshafte Anstoß für Prozesse Interkultureller Öffnung in den Bereichen der kommunalen Verwaltung
  • das Erkennen von Zugangsbarrieren und
  • die Entwicklung entsprechender entgegenwirkender personeller wie organisationeller Maßnahmen mit Qualifizierungen, Weiterbildungsangeboten und weiteren spezifischen Veranstaltungsformaten.

Um Entwicklungen und Zwischenstände aus der Projektarbeit öffentlichkeitswirksam darzustellen und zu vermitteln, publiziert die IKOE-Servicestelle quartalsweise das DIVERSITY JOURNAL.