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Strafprozess gegen Halle-Attentäter: LAMSA fordert Sofortmaßnahmen gegen Rassismus

Das Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) e.V. hat mit Blick auf den Strafprozess gegen den Halle-Attentäter von der Landesregierung ein deutlich stärkeres Engagement gegen Rassismus verlangt.

„Wir können diesen Prozess nicht schweigend an uns vorüberziehen lassen“, sagte LAMSA-Geschäftsführer Mamad Mohamad. Wieder einmal würden viele Migrantinnen und Migranten darüber nachdenken, Sachsen-Anhalt zu verlassen. LAMSA fordere deshalb Sofortmaßnahmen der Landesregierung gegen Rassismus sowie die Einsetzung einer Enquete-Kommission unter Einbeziehung der von Rassismus und Antisemitismus Betroffenen.

Anlässlich des Prozesses gegen den Attentäter würden sich Migrantenorganisationen entschließen, „ihre Stimme noch lauter, noch öfter zu erheben, bis man ihnen zuhört“, hieß es in der Pressemitteilung von LAMSA weiter. Stephan B. stehe mit seinen Einstellungen nicht allein da.

Viele „stille“ Helferinnen und Helfer aus Familie und sozialem Umfeld, die mindestens stillschweigend Rassismus, Antisemitismus und weitere Phänomene im Alltag dulden, heimlich zustimmen oder ignorieren, wenn jemand solchem Gedankengut folgt, würden den potenziellen Opfern und Betroffenen gegenwärtig mehr Sorgen bereiten als ein Straftäter, der zumindest hinter Gittern ist. Tatsache sei, dass offenbar niemand aus dem Umfeld von B. gemerkt haben will, dass solche Anschauungen jede Menschenwürde vermissen ließen und dass er eine derart menschenverachtende Tat plante.

Bei dem Attentat am 9. Oktober 2019 in Halle (Saale) hatte Stephan B. zwei Menschen erschossen und weitere verletzt. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm unter anderem zweifachen Mord sowie mehrere Mordversuche vor. Ursprünglich wollte B. in der an dem Tag voll besetzten Synagoge ein Massaker anrichten, jedoch schaffte er es nicht, auf das Grundstück zu gelangen. Der Strafprozess gegen ihn begann am 21. Juli in Magdeburg.

Kontakt: Mamad Mohamad, Geschäftsführer des LAMSA e.V., Telefon: +49 345 17194051, E-Mail: mamad.mohamad@lamsa.de