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Dieses Jahr digital: Internationale Jugendbegegnung „EUROCAMP“ der Auslandsgesellschaft verband Jugend auf dem Kontinent

Auf ein virtuelles Abenteuer ließen sich 40 junge Erwachsene aus Deutschland, Großbritannien, Italien, Polen, Russland, Spanien, Türkei, Ukraine vom 16. bis 23. August ein.

Bereits seit 1992 findet jeden Sommer das „EUROCAMP des Landes Sachsen-Anhalt“ statt - ein Veranstaltungsformat der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. (AGSA) für den internationalen Austausch von Jugendlichen. Seitdem trafen sich mehr als 2.000 junge Menschen aus über 34 Ländern Europas an insgesamt 23 Orten in Sachsen-Anhalt. Auch dieses Jahr war die Vorfreude auf allen Seiten groß. Doch mit Corona kam alles anders. Um für die junge Generation auch während der Pandemie und geschlossenen Grenzen das bewährte internationale Austauschprojekt zu ermöglichen, bot die AGSA dieses Jahr ein besonderes Programm an. 

Persönliche Begegnungen werden anders erlebt, Barrieren reduzieren sich

Normalerweise reisen die Teilnehmenden aus verschiedenen Ländern für eine internationale Jugendbegegnung an einen gemeinsamen Ort und gestalten als Gruppe einen interkulturellen Austausch. Das war und ist wegen zahlreicher geschlossener Grenzen und des eingeschränkten internationalen Reiseverkehrs nicht möglich. Der virtuelle Raum bietet neue Chancen. Per Smartphone oder Laptop schalteten sich die Teilnehmenden aus ihrem Zimmer, dem Garten, dem Strand, dem Pausenraum auf Arbeit, dem Bus oder dem Internet-Café dazu. Bis auf eine stabile Internetverbindung gibt es kaum Barrieren. „Durch das Online-Camp konnte ich auch teilnehmen und neue Menschen kennenlernen. Da ich studiere wäre mir auch ohne Corona eine Reise nach Deutschland nicht möglich gewesen“ meint Yashar aus der Türkei. Gleichzeitig verändert sich durch die Videokonferenzen auch die Erfahrung von persönlichen Begegnungen. „Auf der einen Seite sind wir so weit voneinander entfernt, auf der anderen Seite ist es so intim, weil alle den Blick in ihr persönliches Umfeld gewähren“ verrät Linda Koch (25, Magdeburg).

Online und offline verbinden

Das Programm besteht nicht nur aus Videokonferenzen, in denen sich die Teilnehmenden treffen und unterhalten. Besonders gut sind die interaktiven Formate angekommen, in denen die Teilnehmenden selbst aktiv geworden sind. Geteilt wurde ein gemeinsamer Alltag. Morgens beim Yoga, mit der Müsli-Schale am Frühstückstisch, verschiedene Gerichte kochen zum Mittag oder Abends unterschiedliche Spiele ausprobieren. Auch nach dem Online-Camp geht es weiter. Die Teilnehmenden teilen Fotos von ihren Lieblingsorten oder versenden traditionell Postkarten, zum Beispiel von Warschau nach Madrid oder von London nach Antalya. Es ist eben mehr als nur vor dem Bildschirm zu sitzen und zu sprechen. Die (internationale) Jugendarbeit lebt vom Selbermachen, Aktivsein, miteinander etwas Neues ausprobieren und voneinander lernen.

Großes Interesse am Austausch und an der Sprache

Einen Schwerpunkt des Projekts stellten die täglichen Workshops dar, in denen das Team jeweils eine Einführung in ein aktuelles EU-Thema gab und eine Diskussion unter den Teilnehmenden anregte. Ob der European Green Deal, Digitalisierung, Wirtschaft, Demokratie oder internationale Politik, der Meinungsaustausch zwischen den Teilnehmenden war sehr lebendig. Für Victoriia etwa ist klar: „Durch die Workshops habe ich meinen Horizont erweitert und möchte mich nach dem Camp weiter informieren.“

Perspektive für die Zeit nach der Pandemie

Auch in der Zeit nach dem Online-Treffen möchte die EUROCAMP-Gemeinschaft weiterhin miteinander verbunden bleiben und wachsen. Zum Beispiel sind monatliche Online-Treffen geplant, um zum Beispiel über Ereignisse in Europa zu informieren und zu sprechen. „Damit wir die aktuellen Herausforderungen in Europa gemeinsam erfolgreich meistern, müssen wir uns begegnen und kennenlernen. Das ist eine herausgehobene Aufgabe dieses Projekts“ fasst der AGSA-Vorsitzende Gerhard Miesterfeldt zusammen. Optimistisch ist der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, in seiner Videobotschaft an die Teilnehmenden: „vielleicht können hier Erfahrungen gemacht und Kontakte geknüpft werden, die den Jugendaustausch auch nach der Pandemie stärken.“

Hinweis: Die Volksstimme berichtete in ihrer Ausgabe vom 26.08.2020 (gedruckte Lokalausgabe).